Wirbel in Frankreich

Junger Franzose zeigte auf Foto mit Macron den Stinkefinger - Jetzt muss er in Haft

+
Der junge Mann links zeigt auf einem Foto mit Macron den ausgestreckten Mittelfinger.

Ein Foto des französischen Präsidenten Emmanuel Macron mit einem jungen Mann, der den Stinkefinger zeigt, hat für Aufregung gesorgt. Der Übeltäter muss nun in Haft.

Update vom 7. Dezember 2018: Sie attackieren die Reformpolitik von Präsident Emmanuel Macron: Wir haben zusammengefasst, was die Ziele der Proteste der "Gelben Westen" in Frankreich sind.

Update vom 18. Oktober 2018:

Knapp drei Wochen nach einem kuriosen Foto mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ist ein junger Bewohner der Antilleninsel Saint-Martin zu vier Monaten Haft verurteilt worden. Der 22-Jährige, der mit nacktem Oberkörper, Goldkette und schwarzer Mütze neben Macron posiert hatte, wurde am Mittwoch wegen Drogenbesitzes und Widerstands gegen die Polizisten bei seiner Verhaftung verurteilt.

Macron hatte dem Wiederholungstäter geraten, die "Dummheiten" zu lassen. Der junge Mann war gerade nach einem Raub aus dem Gefängnis freigekommen.

Der konservative französische Abgeordnete Gilbert Collard spottete auf Twitter: "Offenbar haben die Lektionen Macrons für den kleinen Engel von Saint-Martin nichts genützt." Der Präsident hatte dem jungen Mann gesagt: "Die Überfälle müssen ein Ende haben, Deine Mutter verdient etwas besseres als das."

Auch interessant: Macron hat dreisten Tipp für Rentnerinnen - und erntet den nächsten Shitstorm

Erstmeldung: Junger Mann zeigt bei Foto mit Macron den Stinkefinger

Paris - Das Bild entstand bei einem Besuch Macrons auf der Karibikinsel Saint-Martin, die teilweise zu Frankreich gehört. Der Staatschef ließ sich mit zwei jungen dunkelhäutigen Männern ablichten, von denen einer, mit freiem Oberkörper, den ausgestreckten Mittelfinger in die Kamera hält.

Die französische Rechtspopulistin Marine Le Pen bezeichnete das als "unverzeihlich". "Wir sind sprachlos vor Empörung", schrieb sie am Sonntag auf dem Kurzbotschaftendienst Twitter. "Frankreich hat das sicherlich nicht verdient."

Macron warnt vor Diskurs des Hasses

Macron hingegen versuchte umgehend, die Polemik zu entschärfen. Er liebe "jedes Kind der Republik, egal, welche Dummheiten es begeht". Er wolle der Jugend helfen.

Einer der beiden jungen Männer auf dem Foto sei erst kürzlich aus dem Gefängnis entlassen worden, nachdem er eine Haftstrafe wegen eines Überfalls abgesessen hatte. Mit Blick auf Le Pens Äußerungen warnte Macron vor einem "Diskurs des Hasses".

Erst vor kurzem hatte ein Rat Macrons an einen Arbeitslosen in den sozialen Netzwerken Empörung hervorgerufen.

AFP/fn

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Wahl-O-Mat Europawahl 2019: Hier finden Sie das beliebte Wahl-Tool

Der Wahl-O-Mat zur Europawahl 2019 ist online verfügbar: Testen Sie hier, mit dem beliebten Programm, welche Parteien zu Ihnen passen.
Wahl-O-Mat Europawahl 2019: Hier finden Sie das beliebte Wahl-Tool

Saudischer König ruft zu Krisengesprächen Ende Mai auf

Riad (dpa) - Wegen der jüngsten Scharmützel in der Golfregion hat Saudi-Arabien Staaten aus der Region zu zwei Krisentreffen Ende Mai eingeladen. Die Nachrichtenagentur …
Saudischer König ruft zu Krisengesprächen Ende Mai auf

US-Sanktionen gegen Iran: „Eskalationsgefahr steigt täglich“ - Politiker warnen Gewaltausbruch

Viele Länder wollen sich an das Atomabkommen mit dem Iran halten, nicht jedoch die USA. Außenminister Sarif appelliert nun an befreundete Großmächte, um die heimische …
US-Sanktionen gegen Iran: „Eskalationsgefahr steigt täglich“ - Politiker warnen Gewaltausbruch

Österreich steht nach Strache-Rücktritt vor Neuwahl

Die rechtskonservative Regierung in Österreich zerbricht. Wie lange dauert es, bis wieder klare Verhältnisse herrschen? Jetzt soll zunächst der Fahrplan zu einer Neuwahl …
Österreich steht nach Strache-Rücktritt vor Neuwahl

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.