Weniger als 1000 IS-Kämpfer

Erdogan: Nachkriegsordnung in Syrien ohne Assad

+
Der türkische Präsident Erdogan spricht in Tunesien über die Nachkriegsordnung in Syrien. Foto: Hassene Dridi

Der IS ist am Ende - jedenfalls militärisch. Nur noch wenige Dschihadisten sind im Irak und Syrien übrig. Die Nachkriegsordnung dort kann der türkische Regierungschef sich aber nicht mit Assad vorstellen.

Damaskus (dpa) - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat nach Angaben der US-geführten Internationalen Militärkoalition fast alle ihre Kämpfer verloren.

An der Grenze zwischen Syrien und dem Irak, dem letzten Rückzugsort ihres ehemaligen Kerngebietes, befänden sich nicht einmal mehr 1000 der Dschihadisten, teilte das Bündnis auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Noch vor wenigen Jahren kämpften Zehntausende Extremisten - viele davon aus dem Ausland - für den IS in der Region.

Zudem seien mehr als 98 Prozent des Gebiets, das die Terrorgruppe seit 2014 erobert hatte, wieder befreit, hieß es in der Stellungnahme der Operation Inherent Resolve. "Wir können sagen, dass die überwältigende Mehrheit der Terroristen, die einst unter dem IS-Banner kämpften, jetzt tot oder in Haft ist." Man wolle sich dabei nicht an den Spekulationen beteiligen, wie viele Extremisten es geschafft hätten zu fliehen.

In Syrien ist nicht nur der IS militärisch am Ende, sondern die Regierung bekommt auch mehr und mehr die Oberhand über die anderen Rebellen im Land. Eine Nachkriegsordnung mit Präsident Baschar al-Assad an der Spitze ist für den türkischen Regierungschef Recep Tayyip Erdogan trotzdem unvorstellbar. "In Syrien mit Assad zu gehen, funktioniert absolut nicht", sagte er nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu bei einem Besuch in Tunis. Die Türkei tritt als Schutzmacht der Rebellen auf.

Assad sei ein "Terrorist", der "fast eine Million Bürger getötet" habe, sagte Erdogan weiter. Damaskus konterte über seine staatliche Nachrichtenagentur Sana, Erdogan habe die Türkei in ein "riesiges Gefängnis" verwandelt und ersticke die Medien.

Derweil kam es östlich von Damaskus nach monatelangem Warten erstmals zu Krankentransporten aus der belagerten Enklave Ost-Ghuta. Personen in "kritischer" Verfassung würden nun aus dem von Regierungstruppen umstellten Rebellengebiet gebracht, teilte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz mit. Die 400 000 Menschen dort sind seit vier Jahren eingeschlossen. Die Gegend wird vor allem von islamistischen Rebellen kontrolliert.

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Wahl-O-Mat Bayern 2018: Jetzt können Sie testen, welche Partei zu Ihnen passt

Der Wahl-O-Mat Bayern ist online und kann direkt hier befragt werden. Wir verraten Ihnen außerdem, was Ihr persönliches Ergebnis am Ende bedeutet.
Wahl-O-Mat Bayern 2018: Jetzt können Sie testen, welche Partei zu Ihnen passt

EU-Gipfel in Salzburg beendet: Streit um Quoten und Zahlungen - Appell an die Menschlichkeit

Bei dem informellen EU-Gipfel sind 28 Staats- und Regierungschefs in Salzburg zusammen gekommen. Vor allem die Migrationspolitik und der Brexit stehen im Fokus. Der …
EU-Gipfel in Salzburg beendet: Streit um Quoten und Zahlungen - Appell an die Menschlichkeit

Hambacher Forst: Video kurz vor Todessturz aufgetaucht - Neue Details zu Unfallhergang

Im Hambacher Forst ist bei einem Unfall ein Journalist ums Leben gekommen. Ein Video kurz vor dem Todessturz ist nun aufgetaucht - und es gibt offenbar neue Details zum …
Hambacher Forst: Video kurz vor Todessturz aufgetaucht - Neue Details zu Unfallhergang

Dialog der USA mit Nordkorea kommt in Fahrt

Die USA setzen Nordkorea eine Frist zur atomaren Abrüstung: Januar 2021. Nach den Fortschritten auf dem Korea-Gipfel sind rasch weitere Gespräche geplant. Wird Trump …
Dialog der USA mit Nordkorea kommt in Fahrt

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.