Nach Foto vor WM

Erdogan telefoniert mit Özil und begrüßt seinen Rücktritt aus Nationalmannschaft

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Recep Tayyip Erdogan (2.v.r.), Staatspräsident der Türkei, steht zusammen mit den Premier League Fußballspielern Ilkay Gündogan (l), Mesut Özil (2.v.l.) und Cenk Tosun (r).

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat den Rücktritt von Mesut Özil aus der deutschen Nationalmannschaft begrüßt und den Umgang der Deutschen mit ihm als "rassistisch" verurteilt.

Erdogan sagte am Dienstag nach einer Fraktionssitzung seiner AKP in Ankara laut türkischen Medien, er habe am Montagabend mit Özil telefoniert und stehe hinter dessen Erklärung, in welcher der Fußballer am Sonntag seinen Rücktritt erklärt und schwere Vorwürfe gegen deutsche Fußballfunktionäre, Medien und Sponsoren erhoben hatte.

"Gestern Nacht habe ich mit Mesut gesprochen. Seine Haltung in der Erklärung ist komplett patriotisch. Ich küsse seine Augen", sagte Erdogan laut dem Staatssender TRT Haber. Die Deutschen könnten "nicht verdauen, dass er für ein Foto mit mir posiert hat", sagte Erdogan mit Blick auf sein Treffen mit dem Arsenal-Spieler im Mai in London, bei dem das viel diskutierte Foto entstand.

Türkei-Präsident Erdogan über Telefonat mit Özil: „Ich küsse seine Augen“

"Man kann diese rassistische Haltung gegenüber diesem jungen Mann nicht hinnehmen, der so viel Schweiß für den Erfolg der deutschen Nationalmannschaft vergossen hat", sagte der türkische Präsident, der seit einem Länderspiel Deutschland-Türkei 2010 Özil wiederholt getroffen hat. Im Mai traf er Özil und den deutschen Nationalspieler Ilkay Gündogan in London und nahm von Gündogan ein signiertes Trikot entgegen.

Nach dem Özil-Beben: Warum schweigt der Großteil der Nationalmannschaft?

In Deutschland sorgte das Treffen des geborenen Gelsenkircheners mit dem Staatschef, der wegen seiner repressiven Politik in der Kritik steht, mitten im türkischen Wahlkampf für Empörung. Da die Kritik an Özil über Wochen nicht verstummte, gab es aber auch vermehrt Kritik am Umgang mit dem Fußballer. In seinem auf Englisch verfassten Rücktrittsschreiben am Sonntag begründete Özil seinen Rückzug mit Rassismus und mangelndem Respekt.

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Die türkische Regierung hatte bereits am Dienstag den Rücktritt Özils begrüßt. Dieser habe mit seinem Ausstieg ein "wunderschönes Tor gegen das Virus des Faschismus" geschossen, lobte Justizminister Abdulhamit Gül. Sportminister Mehmet Kasapoglu erklärte, die Regierung unterstütze "aufrichtig die ehrenhafte Haltung, die unser Bruder Özil gezeigt hat". Die regierende AKP wertete den Umgang mit Özil als Zeichen für Rassismus in Europa.

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afp

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