Insiderwissen möglich

Erneut Drohungen gegen türkischstämmige Anwältin

Die Anwältin Seda Basay-Yildiz hatte bereits mehrere Drohfaxe mit der Unterschrift "NSU 2.0" erhalten. Foto: Boris Roessler
+
Die Anwältin Seda Basay-Yildiz hatte bereits mehrere Drohfaxe mit der Unterschrift «NSU 2.0» erhalten. Foto: Boris Roessler

Frankfurt/Main (dpa) - Eine türkischstämmige Frankfurter Anwältin ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft erneut bedroht worden. Ein im Januar eingegangenes Drohschreiben sei nun ebenfalls Gegenstand der Ermittlungen, sagte eine Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft.

Weitere Details wollte sie nicht nennen. Die «Süddeutsche Zeitung» berichtete von mehreren bisher öffentlich nicht bekannten Drohschreiben. In den Schreiben an die Anwältin Seda Basay-Yildiz würden Ausdrücke verwendet, die nach Ansicht der Psychologen des hessischen Landeskriminalamtes (LKA) auf Insiderwissen aus der hessischen Polizei hindeuteten, schreibt die Zeitung. Das LKA wollte sich dazu inhaltlich nicht äußern.

Die Anwältin hatte bereits mehrere Drohfaxe mit der Unterschrift «NSU 2.0» erhalten. Nach dem ersten Drohfax im August 2018 kam heraus, dass Hintergrundwissen über die Anwältin aus dem polizeilichen Informationssystem eines Computers einer Beamtin des 1. Reviers in Frankfurt abgefragt worden war.

Im Zuge der weiteren Ermittlungen wurde eine mutmaßliche rechtsextreme Chatgruppe in der Frankfurter Polizei aufgedeckt. Staatsanwaltschaft und LKA ermitteln unter anderem wegen Volksverhetzung gegen sechs inzwischen suspendierte Beamte. Sie sollen sich über einen Messenger-Dienst beleidigende und fremdenfeindliche Bilder, Videos und Texte zugeschickt haben.

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meist Gelesen

Anti-Erdogan-Demo: Die Bilder aus Berlin
Politik

Anti-Erdogan-Demo: Die Bilder aus Berlin

Am Freitag sind Tausende Menschen auf die Straße gegangen, um gegen den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan zu demonstrieren. Die Bilder des Tages:
Anti-Erdogan-Demo: Die Bilder aus Berlin

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.