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Eschweges Ämter sollen neue Öffnungszeiten testen

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Von: Florian Renneberg

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Im Eschweger Rathaus sollen sich die Öffnungszeiten künftig ändern. Foto: Archiv
Im Eschweger Rathaus sollen sich die Öffnungszeiten künftig ändern. Foto: Archiv © Lokalo24.de

CDU, FWG und FDP haben in der Stadtverordnetenversammlung das Pilotprojekt „Arbeitnehmer- und pendlerfreundliche Öffnungszeiten" auf den Weg gebracht.

Eschwege. Unter der Woche schnell etwas im Rathaus erledigen? Für Berufstätige und Pendler ist das mitunter schwierig. Deshalb hat die Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag mit den Stimmen von CDU, FWG und FDP das Pilotprojekt "Arbeitnehmer- und pendlerfreundliche Öffnungszeiten im Rathaus" auf den Weg gebracht.

In der Pilotphase können Einwohnermeldeamt, Standesamt und Infozentrale einen frühen Behördentag, etwa ab 7 Uhr, oder einen zweiten langen anbieten sowie die Öffnung am Samstag erproben. Die könnte dann auch Trauungen an dem beliebten Hochzeitstag ermöglichen.

Magistrat leitet das Projekt

Die Vorbereitungen für das Pilotprojekt soll der Magistrat treffen. Ihm obliegt auch die Entscheidung, welche Zeiten für welchen Zeitraum angeboten werden. Er soll dabei sowohl die Mitarbeiter als auch den Personalrat einbeziehen.

Mit dem Vorstoß wolle die Koalition verhindern, dass Bürger Urlaub nehmen müssen, um von den Leistungen der Behörden Gebrauch machen zu können, erklärte CDU-Fraktionschef Stefan Schneider. Dabei sollen die Öffnungszeiten nicht erweitert, sondern lediglich den Bedürfnissen der Bürger angepasst werden. Dass Bedarf vorhanden sei, zeige der existierende "lange Donnerstag": "Da bedienen die Mitarbeiter die Kunden teilweise bis weit nach den Öffnungszeiten", so Schneider weiter.

Kreisstadt hinkt hinterher

Bislang ist die Verwaltung in Eschwege montags bis freitags ab 9 Uhr geöffnet – der längste Tag ist der Donnerstag: bis 17.30 Uhr. Zum Vergleich: In Meinhard ist die Verwaltung mittwochs ab 7.15 Uhr für die Bürger da und donnerstags bis 18 Uhr, und in Wanfried hat die Stadtverwaltung dienstags ab 7 Uhr und donnerstags bis 18 Uhr geöffnet.

"Wir haben uns vor einem halben Jahr bewusst für die frühe Öffnung entschieden", berichtet Wanfrieds Bürgermeister Wilhelm Gebhard. Dafür ist die Verwaltung nun am Mittwochnachmittag geschlossen. Die Mitarbeiter seien damit äußerst zufrieden, betont der Verwaltungschef.

Gut angenommen werde der frühe Termin aber noch nicht.  Von Januar bis Mai seien lediglich sieben Bürger zwischen 7 und 8.30 Uhr da gewesen. Aber Gebhard ist überzeugt: "Wenn sich der Termin etabliert hat, wird er sicher genauso gut angenommen wie der lange Donnerstag." Der ist sowohl in Wanfried als auch in Meinhard stark frequentiert.

Kritik kam von SPD und Grünen. Sie monierten, dass der Antrag der Koalition zu viele Fragen offen lasse: Was soll das kosten, wie lange soll das Projekt dauern, was sagt die Personalvertretung dazu? Zudem forderte SPD-Fraktionschef Alexander Feiertag, erst ein Konzept auszuarbeiten, und anschließend in die Pilotphase zu starten. Zudem wollte die SPD die Wahrung der Mitarbeiterrechte im Antrag festgeschrieben haben.

Einen Kommentar zu dem Thema lesen Sie unter: Öffnungszeiten der Realität anpassen

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