„America First“

Europa vs. Trump: EU will gegen US-Steuerreform protestieren

+
Donald Trump und eine EU-Delegation bei einem Treffen im Mai

„America first“? Das stößt in der EU mittlerweile vielen übel auf. Brüssel will nun gegen Washingtons Steuerpläne intervenieren.

Brüssel/Washington - Die geplante US-Steuerreform trifft auch bei der Europäischen Kommission auf Kritik. Wie Deutschland und vier weitere EU-Länder warnte am Dienstag auch die Brüsseler Behörde vor negativen Folgen. Der vorliegende Entwurf der US-Reform könnte zu unfairen Handelspraktiken führen und gegen Abkommen zur Doppelbesteuerung verstoßen, sagte Vizekommissionspräsident Jyrki Katainen.

„Es besteht das Risiko, Handel und Investitionen zwischen unseren beiden Volkswirtschaften zu beschädigen“, fügte er hinzu. Die EU-Kommission erwarte, dass jede US-Steuerreform nicht diskriminiere und internationale Regeln einhalte. Man werde die US-Behörden deswegen kontaktieren, sagte Katainen.

Schlag gegen Steuerparadiese - oder gegen ausländische Unternehmen?

Am Montag hatten der geschäftsführende deutsche Finanzminister Peter Altmaier (CDU) und seine Kollegen aus Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien in einem Brief an US-Finanzminister Steven Mnuchin ähnliche Bedenken vorgebracht. Manche der angedachten Regelungen drohten gegen WTO-Regeln und die Absprachen der OECD im Kampf gegen Gewinnverlagerung zu verstoßen, hieß es darin.

Sorge bereitet den Ministern unter anderem eine angedachte Steuer von 20 Prozent auf Zahlungen an Konzernteile außerhalb der USA. Damit wollen die Gesetzgeber in den Vereinigten Staaten Tricksereien erschweren, bei denen Firmen Teile ihres Geschäfts künstlich in Steuerparadiese verlagern. Die europäischen Minister fürchten aber de facto eine Diskriminierung nicht-amerikanischer Unternehmen und einen Verstoß gegen Abkommen zur Vermeidung von Doppelbesteuerung.

Lesen Sie auch: Mauer und Muslime - Trumps größte Wahlversprechen und was daraus wurde

dpa

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Gewalt bei rechter Demo gegen Migrationspakt in Brüssel

Brüssel (dpa) - Nach einer Demonstration rechter Gruppen gegen den UN-Migrationspakt ist die Polizei in Brüssel mit Tränengas und einem Wasserwerfer gegen Gewalttäter …
Gewalt bei rechter Demo gegen Migrationspakt in Brüssel

Cavusoglu dringt auf Auslieferung Gülens aus den USA

Istanbul (dpa) - Die türkische Regierung fordert von den USA konkrete Schritte zur Auslieferung des Predigers Fethullah Gülen und anderer Mitglieder von dessen Bewegung.
Cavusoglu dringt auf Auslieferung Gülens aus den USA

Brexit skurril: Plant Theresa Mays Regierung nun eine Reisewarnung für EU-Länder?

Brexit-Verhandlungen zwischen der EU und Großbritannien. Immer deutlicher wird, was für seltsame Blüten ein ungeordneter Brexit treiben könnte. Der News-Ticker.
Brexit skurril: Plant Theresa Mays Regierung nun eine Reisewarnung für EU-Länder?

Riesen-Zoff in Italien: Kirche soll zur Moschee werden - warum ein Gesetz der Rechten Mitschuld hat

Es ist ein riesiger Streit - und ein politisches Lehrstück. Die Muslime von Bergamo wollen eine Kirche kaufen. Auch, weil ihnen kaum andere Optionen bleiben.
Riesen-Zoff in Italien: Kirche soll zur Moschee werden - warum ein Gesetz der Rechten Mitschuld hat

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.