Ein Urgestein der SPD

Ex-Minister der SPD gestorben: Erhard Eppler ist tot

Erhard Eppler ist mit 92 Jahren verstorben.
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Erhard Eppler ist mit 92 Jahren verstorben.

Er prägte die SPD und war ein Vordenker seiner Zeit. Nun ist Erhard Eppler im Alter von 92 Jahren gestorben. Er war Minister unter Willy Brandt und Helmut Schmid.

Ein Urgestein der SPD ist tot. Erhard Eppler starb am Samstag in Schwäbisch Hall, wie ein Sprecher der SPD Baden-Württemberg der Agentur AFP vermeldete. Er wurde 92 Jahre alt und galt als Urgestein der Sozialdemokraten sowie Vordenker. 

„Wir sind Erhard Eppler unendlich dankbar für das, was er uns alles gegeben hat. Er war eine herausragende Persönlichkeit der Sozialdemokratie, im Bund und in Baden-Württemberg, dessen Wertefundament und Prinzipientreue für uns wegweisend bleiben werden“, zitiert focus.de den SPD-Landes- und Fraktionsvorsitzende in Baden-Württemberg, Andreas Stoch.

Erhard Eppler tot: Er saß jahrelang im Bundestag

Von 1961 bis 1976 saß Erhard Eppler für die SPD im deutschen Bundestag. Er war unter anderem außenpolitischer Sprecher seiner Fraktion und wurde im Oktober 1968 Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit. Unter Bundeskanzler Willy Brandt tratt nach sechs Jahren im Juli 1974 zurück. Grund dafür waren Differenzen mit Schmidt.

Eppler prägte die SPD und arbeitete am Grundsatzprogramm

Erhard Eppler arbeitete nicht nur am Grundsatzprogramm der Partei mit und suchte den Dialog mit der SED, sondern erstellt auch 1987 ein Grundsatzpapier der SPD und der kommunistischen Einheitspartei der DDR mit anderen Politikern. Darüber hinaus setzte er sich bereits früh für den Austritt aus der Atomenergie ein. Seine Positionen, die heute vermehrt von den Grünen eingenommen wird, macht seinen Stand in der Partei nicht immer einfach. Er war unter anderem einer der Initiatoren des Volksentscheids für das

Stuttgart 21: Noch eine Milliarde teurer und viel später

Baustelle eines S-Bahn-Tunnels zwischen dem Stuttgarter Hauptbahnhof und Bad Cannstatt. Foto: Marijan Murat
Baustelle eines S-Bahn-Tunnels zwischen dem Stuttgarter Hauptbahnhof und Bad Cannstatt. Foto: Marijan Murat © Marijan Murat
Stuttgart 24 statt Stuttgart 21? Das milliardenschwere Bahnprojekt wird wahrscheinlich erheblich später fertig als geplant. Foto: Sebastian Gollnow
Stuttgart 24 statt Stuttgart 21? Das milliardenschwere Bahnprojekt wird wahrscheinlich erheblich später fertig als geplant. Foto: Sebastian Gollnow © Sebastian Gollnow
Die Baustelle des Bauprojekts für den neuen Hauptbahnhof Stuttgart 21. Foto: Sebastian Gollnow/Archiv
Die Baustelle des Bauprojekts für den neuen Hauptbahnhof Stuttgart 21. Foto: Sebastian Gollnow/Archiv © Sebastian Gollnow
Mit Folie abgedeckte Kelchstützen auf dem Gelände des geplanten Tiefbahnhofs in Stuttgart. Foto: Marijan Murat
Mit Folie abgedeckte Kelchstützen auf dem Gelände des geplanten Tiefbahnhofs in Stuttgart. Foto: Marijan Murat © Marijan Murat
Das Bahnprojekt Stuttgart 21 soll deutlich teurer werden als bisher geplant. Foto: Sebastian Gollnow
Das Bahnprojekt Stuttgart 21 soll deutlich teurer werden als bisher geplant. Foto: Sebastian Gollnow © Sebastian Gollnow
Arbeiten am S-Bahn-Tunnel zwischen dem Hauptbahnhof und Bad Cannstatt, der im Rahmen von Stuttgart 21 errichtet wird. Foto: Marijan Murat
Arbeiten am S-Bahn-Tunnel zwischen dem Hauptbahnhof und Bad Cannstatt, der im Rahmen von Stuttgart 21 errichtet wird. Foto: Marijan Murat © Marijan Murat
Der "schwarze Donnerstag": Im September 2010 eskaliert ein Polizeieinsatz gegen die Stuttgart-21-Gegner. Foto: Marijan Murat
Der «schwarze Donnerstag»: Im September 2010 eskaliert ein Polizeieinsatz gegen die Stuttgart-21-Gegner. Foto: Marijan Murat © Marijan Murat
Dietrich Wagner (l.), der bei den Stuttgart-21-Protesten im Jahr 2010 schwer verletzt wurde, vor Prozessbeginn im Landgericht Stuttgart. Foto: Bernd Weißbrod
Dietrich Wagner (l.), der bei den Stuttgart-21-Protesten im Jahr 2010 schwer verletzt wurde, vor Prozessbeginn im Landgericht Stuttgart. Foto: Bernd Weißbrod © Bernd Weissbrod
Protest gegen Stuttgart 21: "Die Bahn lügt!" Foto: Sebastian Kahnert
Protest gegen Stuttgart 21: «Die Bahn lügt!» Foto: Sebastian Kahnert © Sebastian Kahnert

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Er leitete von 1973 bis 1992 die Grundwertkommission, deren Arbeit er besonders interessant fand. „Da war der Bedarf in den 1970er-Jahren besonders groß. Man musste Ökonomie, Ökologie, Gewerkschafter und Friedensbewegung zusammenbringen. Vor allem die Ökologie war etwas Neues. Und Teil eins der politischen Ökologiediskussion fand in der SPD statt“, so Eppler. 

Der EX-SPD-Minister Erhard Eppler wurde 92 Jahre alt

Der am 9. Dezember 1926 in Ulm geborene Eppler lebte zuletzt in Schwäbisch Hall. Als Lehrer für Englisch, Deutsch und Geschichte unterrichtete er mehrere Jahre an einem Gymnasium. Zusammen mit Gustav Heinemann gründete er zunächst die Gesamtdeutsche Volkspartei, wechselte dann 1956 aber zur SPD. 1961 kam er erstmals in den Bundestag, bis 1976 war er Abgeordneter.

Eppler engagierte sich überdies in seiner Kirche. So war er zwei Mal Präsident des Deutschen Evangelischen Kirchentags (DEKT). Für sein Wirken wurde er mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Großen Verdienstkreuz der Bundesrepublik und der Johannes-Brenz-Medaille, der höchsten Auszeichnung der Evangelischen Landeskirche Württemberg. Außerdem war er Vater von vier Kinden.

Ein Schock für die CDU war der Tod ihres Bremer CDU-Chefs Jörg Kastendiek. Auch der ehemalige SPD-Chef Hans-Jochen Vogel ist inzwischen gestorben.

SPD würdigt Erhard Eppler

Mit Eppler verliere Deutschland "einen wichtigen Vordenker der Gesellschafts-, Umwelt- und Friedenspolitik", schrieb Steinmeier in einem Kondolenzschreiben an die Witwe des Verstorbenen. Eppler habe die Fähigkeit ausgezeichnet, "politische Zusammenhänge zu erklären und über den Tag hinaus zu denken". "Zeit seines Lebens stand Erhard Eppler für den Frieden und für Entspannung zwischen den beiden deutschen Staaten im Kalten Krieg", fügte der Bundespräsident hinzu.

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