Manipulation im US-Wahlkampf?

Facebook-Anzeigen für Trump? Kreml „weiß nicht, wie man sowas bucht“

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Wladimir Putin besuchte am Donnerstag das Internet-Unternehmen Yandex in Moskau

Hat der Kreml im US-Wahlkampf Anzeigen auf Facebook schalten lassen? „Nein“, sagt Moskau. Und nennt eine verblüffende Begründung.

Moskau - Der Kreml hat eine Verbindung zu Facebook-Anzeigen zurückgewiesen, mit denen nach Überzeugung des Online-Netzwerks von Russland aus versucht wurde, die US-Präsidentenwahl zu beeinflussen. „Wir wissen nicht, wer Facebook-Anzeigen bucht und wie man das macht, und haben das nie getan, und die russische Seite war nie daran beteiligt“, wurde ein Sprecher des russischen Präsidenten Wladimir Putin am Freitag von der Nachrichtenagentur Interfax zitiert.

Facebook hatte zuvor angekündigt, dem US-Kongress im Zuge der Untersuchungen zum mutmaßlichen russischen Einfluss auf die Präsidentenwahl rund 3000 Werbeanzeigen offenzulegen, die von 470 Profilen bei dem Online-Netzwerk geschaltet wurden. „Unsere Analyse legt nahe, dass diese Accounts und Seiten miteinander vernetzt waren und von Russland aus betrieben wurden“, erklärte Facebook dazu.

Anzeigen sollten „Spannungen zwischen Ethnien vertiefen“

Über den Inhalt der fraglichen Anzeigen ist bisher nur wenig bekannt geworden. Facebook erklärte, in einem Großteil seien zwar die Wahl oder die Kandidaten nicht direkt erwähnt worden. Sie seien aber darauf ausgerichtet gewesen, die Spaltung bei umstrittenen Themen wie Spannungen zwischen Ethnien, Einwanderung oder Waffenbesitz zu vertiefen. Rund ein Viertel der Anzeigen sei gezielt in bestimmten Regionen platziert worden. Außerdem wurde bekannt, dass damit zum Teil Protestaktionen beworben wurden wie etwa eine Demonstration gegen Flüchtlinge und Muslime in einer kleinen Stadt im Bundesstaat Idaho im August vergangenen Jahres.

Facebook betonte am Donnerstag, dem Unternehmen sei die Verbindung zu Russland bei der Buchung der Anzeigen nicht bewusst gewesen. Sie wurden von Accounts mit Verbindung zu einer „Internet Research Agency“ platziert, die als von Russland aus gesteuert gilt. Facebook schließt nicht aus, dass noch weitere verdächtige Anzeigen gefunden werden.

Auch in Deutschland gab und gibt es Sorge vor Einmischung aus Russland im laufenden Bundestags-Wahlkampf. Am Wahltag kam der Verdacht erneut auf, konkrete Beispiele aus der Social-Media-Welt wurden genannt.

dpa

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