Struck: 9/11 "war faktisch der Verteidigungsfall"

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Der ehemalige Verteidigungsminister Peter Struck

Uelzen - Der ehemalige Verteidigungsminister Peter Struck erinnert sich an die dramatischen Tage rund um den 11. September 2001. Er erklärt, warum die Lage auch für Deutschland prekär war.

Genau zehn Jahre sind die Anschläge auf das New Yorker World Trade Center her und Uelzens bekanntestem Bundespolitiker geht es wie wohl den meisten Deutschen – er weiß auch heute noch genau, wo er die Nachricht von dem Terrorakt erfuhr.

Bilder vom 11. September 2001

Neue Bilder der Terroranschläge vom 11. September 2001. Erst jetzt veröffentlicht die Polizei ihre Bilder aus dem Hubschrauber. © ap
Neue Bilder der Terroranschläge vom 11. September 2001. Erst jetzt veröffentlicht die Polizei ihre Bilder aus dem Hubschrauber. © ap
Neue Bilder der Terroranschläge vom 11. September 2001. Erst jetzt veröffentlicht die Polizei ihre Bilder aus dem Hubschrauber. © ap
Neue Bilder der Terroranschläge vom 11. September 2001. Erst jetzt veröffentlicht die Polizei ihre Bilder aus dem Hubschrauber. © ap
Neue Bilder der Terroranschläge vom 11. September 2001. Erst jetzt veröffentlicht die Polizei ihre Bilder aus dem Hubschrauber. © ap
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Neue Bilder der Terroranschläge vom 11. September 2001. Erst jetzt veröffentlicht die Polizei ihre Bilder aus dem Hubschrauber. © ap
Neue Bilder der Terroranschläge vom 11. September 2001. Erst jetzt veröffentlicht die Polizei ihre Bilder aus dem Hubschrauber. © ap
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Der Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion sitzt in seinem Berliner Büro und bereitet sich auf die Haushaltssitzung des Bundestages vor, er soll für die Sozialdemokraten eine Rede halten. Doch dazu wird es nicht kommen. „Mein Mitarbeiter kam herein und sagte, ich soll den Fernseher anmachen“, erinnert sich Struck. Das erste Flugzeug war bereits in das Hochhaus geflogen, „da dachten wir noch an einen Unglücksfall“. Doch wenig später explodiert der zweite Turm... Peter Struck ruft Bundeskanzler Gerhard Schröder an, „für uns war klar, wir brechen die Haushaltsdebatte ab“.

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Während in Berlin die Menschen mit Kerzen zur US-Botschaft strömen, diskutiert der Uelzener mit dem Kanzler, welche Worte dieser bei seinem Fernsehauftritt wählen soll. Schröder entscheidet sich für die Formulierung der „uneingeschränkten Solidarität“ mit den USA, „das war unter uns durchaus umstritten“, erinnert sich Struck. Er selbst spricht sich für den Satz aus, schließlich sei das Verhältnis zu den Amerikanern ohnehin schon angespannt gewesen.

Einen Tag später ruft die NATO den so genannten Bündnisfall aus, der besagt, dass ein bewaffneter Angriff auf einen NATO-Staat auch als Angriff auf die Bündnispartner angesehen wird – also auch auf Deutschland. „Wir befanden uns also faktisch im Verteidigungsfall“ so Struck. Und als er knapp ein Jahr später zum Verteidigungsminister ernannt wird, ist der Uelzener in seiner rund drei Jahre dauernden Amtszeit der einzige Minister, der die Bundeswehr formell im Kriegszustand führte – aufgehoben ist der Bündnisfall im übrigen bis heute nicht. „Das sind Tage, die man ein ganzes Leben nicht vergisst“, sagt Struck heute. Deutschland gerät unter Druck, weil einer der Todespiloten jahrelang in Harburg studierte. „Da waren wir natürlich in der Rechtfertigungspflicht, warum wir den nicht auf dem Zettel hatten“, so Struck.

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Von Thomas Mitzlaff

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