315 Menschen verletzt

Fast 2000 Straftaten gegen Asylbewerber im Jahr 2018

+
Das "Hotel zum Bahnhof" in Köln wurde beschmiert. Foto: Oliver Berg

Die Zahl der politisch motivierten Angriffe auf Flüchtlinge und ihre Unterkünfte geht zurück. Doch sie ist weiter hoch. Die Täter kommen nach Behördeneinschätzung fast immer aus demselben Spektrum.

Berlin (dpa) - ie Behörden haben im vergangenen Jahr beinahe 2000 Straftaten gegen Flüchtlinge und Asylbewerberunterkünfte registriert.

Diese wurden ganz überwiegend rechtsmotivierten Tätern zugeordnet, die Ermittlungen reichen von Beleidigung über Sachbeschädigung bis hin zu gefährlicher Körperverletzung und versuchtem Mord.

Das geht aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Damit liegt die Zahl der Übergriffe deutlich unter denen der Jahre 2016 und 2017 - Nachmeldungen sind aber noch möglich.

Die meisten Übergriffe richteten sich mit 1775 gegen Geflüchtete außerhalb von Unterkünften; davon stuften die Behörden 1736 als rechtsmotiviert ein. 173 Straftaten zielten auf Unterkünfte ab; darunter 170 dem rechten Spektrum zugeordnete. Insgesamt 315 Menschen wurden verletzt.

2017 gab es nach den Statistiken zur politisch motivierten Gewalt 1903 Übergriffe auf Asylbewerber und Flüchtlinge und 312 Angriffe gegen Unterkünfte. Im Jahr 2016 waren es 2561 Attacken auf Personen und 995 auf Wohneinrichtungen.

"Gewalttaten und Bedrohungen mit Waffen oder Sprengstoff kommen statistisch gesehen jeden Tag vor", sagte die innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Ulla Jelpke. "Verantwortung für diese Gewalt tragen nicht nur die AfD und andere rechte Gruppierungen, die ihre rassistische Hetze allerorten verbreiten. Schuld ist auch die Union, die keine Gelegenheit auslässt, Schutzsuchende als Kriminelle darzustellen und Migration zu dämonisieren. Damit muss endlich Schluss sein."

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Papst beklagt bei Kreuzweg Gleichgültigkeit und Egoismus

Ein Lichtermeer vor dem erleuchteten Kolosseum: Vor spektakulärer Kulisse ist in Rom an den Weg von Jesus ans Kreuz erinnert worden. Im Mittelpunkt standen aber …
Papst beklagt bei Kreuzweg Gleichgültigkeit und Egoismus

Provokant: Französischer Botschafter vergleicht Trump mit dem „Sonnenkönig“

Der Mueller-Bericht zur Russland-Affäre um Donald Trump schlägt hohe Wellen. Der US-Präsident reagiert auf Twitter - und trägt nicht zur Deeskalation bei. Aus Frankreich …
Provokant: Französischer Botschafter vergleicht Trump mit dem „Sonnenkönig“

700 Aktivisten festgenommen: Britische Polizei greift hart gegen Klimaschützer durch

Ein rosa Boot mit einem Filmstar, Sitzblockaden auf Brücken, mit Spezialkleber an Zäune anheften. Der Protest von Klimaschützern in London ist weitgehend friedlich. …
700 Aktivisten festgenommen: Britische Polizei greift hart gegen Klimaschützer durch

OSZE ruft vor Ukraine-Wahl zu Waffenruhe im Donbass auf

Der blutige Konflikt im Osten der Ukraine überschattet die Präsidentenwahl in der Ex-Sowjetrepublik. Eine geplante neue Waffenruhe scheiterte zunächst. Vor der …
OSZE ruft vor Ukraine-Wahl zu Waffenruhe im Donbass auf

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.