Konkreter Anschlagsplan

Medienbericht: V-Mann war auf Terrorverdächtigen von Karlsruhe angesetzt

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Mit diesem Fahrzeug der Polizei wurde der Verdächtige auf das Gelände des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe gefahren

In Karlsruhe ist ein Terrorverdächtiger festgenommen worden. Laut Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl gab es eine „sehr ernste Bedrohung“ - möglicherweise einen Anschlag mit Auto.

Karlsruhe/Stuttgart - Ein Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs hat den in Karlsruhe festgenommenen Terrorverdächtigen am Donnerstag in Untersuchungshaft genommen. Der Mann soll einen Anschlag in Karlsruhe geplant und die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) unterstützt haben.

Spezialkräfte der Polizei hatten den deutschen Staatsbürger am Mittwoch festgenommen. Es steht nach Angaben der Bundesanwaltschaft der Verdacht im Raum, dass er einen Anschlag mit einem Auto auf Stände an der Eisfläche auf dem Karlsruher Schlossplatz geplant hatte. Der Mann sei dringend verdächtig, eine schwere staatsgefährdende Straftat vorbereitet zu haben, teilte der Generalbundesanwalt mit.

Nach Angaben des baden-württembergische Innenministers Thomas Strobl (CDU) hatten die Behörden mit der Festnahme auf eine "sehr ernsten Bedrohung" reagiert. Der 29-jährige Dasbar W. habe sich "möglicherweise in der Vorbereitungsphase eines terroristischen Anschlags" befunden, erklärte Strobl am Donnerstagmorgen in Stuttgart.

Im Juli 2017 aus IS-Gebieten zurückgekehrt

Wie Strobl erklärte, stand der Verdächtige bereits seit längerem unter Beobachtung. "Die Sicherheitsbehörden hatten den Tatverdächtigen genau im Blick und haben akribisch und umfangreich ermittelt." Es habe sich der Verdacht erhärtet, dass er die Ideologie der Dschihadistenmiliz IS vertrete.

Bei den Ermittlungen wurde nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ auch ein V-Mann eingesetzt. Viele Vorwürfe gegen den Mann beruhten auf dessen Aussagen, berichtet der „Spiegel“ in seiner aktuellen Ausgabe. So soll der Verdächtige dem Polizei-Informanten gesagt haben, ihn versetze der Gedanke an den Anschlag vom Breitscheidplatz in Berlin vor einem Jahr in Euphorie. Nach Angaben seines Anwalts bestreitet der Verdächtige Anschlagspläne, wie es in dem Bericht weiter heißt.

Die Bundesanwaltschaft hatte zuvor bereits mitgeteilt, dass W. den IS zunächst von Deutschland aus mit Propagandavideos unterstützt hatte, bevor er 2015 und 2016 in IS-Gebiete im Irak reiste. Im Juli 2017 kehrte er nach Erkenntnissen der Ermittler zurück nach Deutschland und begann dort mutmaßlich mit den Vorbereitungen für einen terroristischen Anschlag.

Vergeblich bei Paketdiensten als Fahrer beworben

Laut Bundesanwaltschaft kundschaftete er ab Ende August die Gegend rund um das Karlsruher Schloss aus und bewarb sich seit September vergeblich bei Paketdiensten als Fahrer. Er habe erwogen, "unter anderem mit einem Kraftfahrzeug einen Anschlag auf die Stände rund um die Eisfläche auf dem Karlsruher Schlossplatz zu begehen", erklärte die Behörde.

AFP

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