Streit um Veröffentlichung

Finanzunterlagen: Trump zieht erneut vor Oberste Gericht

+
Dunkle Wolken hängen über dem Gebäude des Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten. Foto: J. Scott Applewhite/AP/dpa

Seit langem fordern die Demokraten Einblick in die Steuerunterlagen und Finanzdokumente des US-Präsidenten. Doch bisher wehrt sich Donald Trump erfolgreich gegen eine Offenlegung. Nun ist erneut der Oberste Gerichtshof der USA mit dem Streit beschäftigt.

Washington (dpa) - US-Präsident Donald Trump wehrt sich in einem dritten Fall vor dem Supreme Court gegen die Herausgabe seiner Finanzunterlagen - diesmal durch die Deutsche Bank. Trumps Anwälte beantragten erfolgreich eine einstweilige Verfügung des Obersten Gerichts.

Damit wollen sie verhindern, dass die Deutsche Bank und die Bank Capital One Finanzunterlagen Trumps, seiner Firmen und Angehörigen an den US-Kongress übergeben muss. Der Ausschuss für Finanzdienstleistungen und der Geheimdienstausschuss im Repräsentantenhaus hatten die Dokumente unter Strafandrohung angefordert.

Der Supreme Court gab dem Antrag von Trumps Anwälten am Freitagabend (Ortszeit) statt und gewährte einen Aufschub bis Ende kommender Woche. Bis Mittwoch sollen seine Anwälte eine ausführlichere Petition einreichen. Womöglich wird das Gericht die einstweilige Verfügung dann verlängern, bis es eine Entscheidung in der Sache treffen kann. So verfuhren die Richter in den zwei anderen, ähnlichen Verfahren.

Trumps Anwälte argumentieren, dass die Ausschüsse ihre Befugnisse überschreiten. Sie konnten sich vor einem Bundes- und einem Berufungsgericht nicht durchsetzen. Trump wehrt sich vor dem Supreme Court außerdem gegen die Herausgabe von Steuerunterlagen durch seinen Buchhalter, die der Kontrollausschuss im Repräsentantenhaus unter Strafandrohung angefordert hat. Der Supreme Court verfügte vergangene Woche, dass Trump seine Unterlagen zunächst nicht herausgeben muss, bis die Richter eine Entscheidung in der Sache treffen können.

Zudem ist am Supreme Court ein Antrag anhängig, mit dem Trump die Herausgabe seiner Steuerunterlagen an die Staatsanwaltschaft in Manhattan verhindern will. Trump versucht seit langem, die Herausgabe der Steuerunterlagen zu verhindern. Kritiker mutmaßen, er habe etwas zu verbergen. US-Präsidentschaftskandidaten veröffentlichen ihre Steuererklärungen normalerweise schon während des Wahlkampfs.

Das Repräsentantenhaus wird von den Demokraten dominiert. Im Senat - der anderen Kammer im Kongress - haben Trumps Republikaner die Mehrheit. Die Bemühungen, an Trumps Finanzunterlagen zu gelangen, haben nicht direkt mit dem von den Demokraten angestrebten Amtsenthebungsverfahren gegen den Präsidenten zu tun.

Übersicht des Falls auf der Webseite des Supreme Courts, Englisch

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

ZDF-„heute journal“: Moderator erzählt Putin-Witz - Zuschauer wütend - „Geht‘s noch ...“

Das „heute journal“ vom 15. Januar drehte sich eigentlich in einem Beitrag um die Moskauer Machtspiele, doch Christian Sievers schoss mit einem Putin-Witz den Vogel ab.
ZDF-„heute journal“: Moderator erzählt Putin-Witz - Zuschauer wütend - „Geht‘s noch ...“

Fahrräder „unpraktisch und gefährlich“: Politiker wird nach Rede veralbert - Reaktionen fallen deutlich aus

Fahrräder erobern die Städte und drängen Autos aus den Zentren. Das findet Dirk Spaniel skandalös. Zur Rede des AfD-Politikers gibt es teils schockierte Reaktionen.
Fahrräder „unpraktisch und gefährlich“: Politiker wird nach Rede veralbert - Reaktionen fallen deutlich aus

„Tweet des Jahrhunderts“: Brexit-Politikerin macht erschreckende Erkenntnis - und erntet Spott

Der Brexit steht vor der Tür. Wenige Tage vor dem Ausscheiden aus der EU kommt einer Abgeordneten der Brexit-Partei ein erschreckender Gedanke.
„Tweet des Jahrhunderts“: Brexit-Politikerin macht erschreckende Erkenntnis - und erntet Spott

Verhärtete Fronten im Amtsenthebungsverfahren gegen Trump

Die Demokraten versuchen erbittert, Einfluss auf den Ablauf des Amtsenthebungsverfahrens gegen US-Präsident Trump zu nehmen. Doch im Senat sind ihnen die Hände gebunden …
Verhärtete Fronten im Amtsenthebungsverfahren gegen Trump

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.