Neue Unicef-Zahlen 

Flüchtlingskrise: Über 25.000 Kinder allein auf Booten im Mittelmeer

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Flüchtlinge auf der Insel Lesbos

Genf -  Sie sind jung, allein und auf der Flucht. Es gibt immer mehr unbegleitete Kinder und Jugendliche auf Flüchtlingsbooten im Mittelmeer - Tendenz steigend.

Im vergangenen Jahr sind auf Flüchtlingsschiffen im Mittelmeer doppelt so viele unbegleitete Kinder nach Italien unterwegs gewesen wie 2015. Insgesamt zählte das UN-Kinderhilfswerk Unicef 25 800 Minderjährige ohne Begleitung, wie die Organisation am Freitag in Genf berichtete.

„Das ist ein alarmierender Trend“, sagte Unicef-Nothilfekoordinator Lucio Melandri. „Bislang gelingt es nicht, diese Kinder zu beschützen. Wir brauchen eine koordinierte europäische Antwort auf das Problem.“

Bei den meisten Kindern handelt es sich um Jungen zwischen 15 und 17 Jahren aus Eritrea, Ägypten, Gambia und Nigeria. Es kämen aber auch Mädchen, und die seien besonders gefährdet. „Mehrere Mädchen, die Unicef in Palermo gesprochen hat, berichteten, dass sie zur Prostitution gezwungen wurden, um die Kosten für die Schiffsüberfahrt zu begleichen“, teilte Unicef mit.

Gefährliche Flucht

Insgesamt flüchteten nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) im vergangenen Jahr mindestens 387 487 Menschen über das Mittelmeer. Mindestens 7495 kamen ums Leben.

Erst im Dezember vergangenen Jahres hatte die IOM traurige Zahlen veröffentlicht: Bei der Flucht über das Mittelmeer sind im Jahr 2016 etwa 5.000 Menschen umgekommen, soviel, wie in noch keinem Jahr zuvor. 

Immer häufiger nehmen Überfahrten ein tragisches Ende. Im November 2016 kenterte vor der Küste Lybiens ein Schlauchtboot auf dem Weg nach Italien, rund einhundert Flüchtlinge ertranken. Ein weiteres Boot kenterte kurz zuvor in der Nähe Italiens. Besonders erschreckend: Vor der Katastrophe mit vermutlich fast 240 Toten im Mittelmeer haben Schmuggler nach Angaben einer UN-Organisation auf Flüchtlinge geschossen, damit sie an Bord gehen.

dpa

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