Bundestagswahl 2017

Forsa-Chef: AfD wird sich im Bundestag selbst zerlegen

+
Forsa-Chef Manfred Güllner rechnet damit, dass dass sich die AfD nach ihrem Einzug in den Bundestag rasch zerstreitet. Foto: Martin Gerten

Berlin - Der Chef des Meinungsforschungsinstituts Forsa, Manfred Güllner, zeichnet ein düsteres Bild für die Zukunft der AfD.

"Die AfD wird sich zerlegen, weil das bei sektiererischen Gruppen vom rechten Rand bisher immer so war", sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Die Partei könnte ein zweistelliges Ergebnis erzielen und als drittstärkste Kraft in das Parlament einziehen.

Güllner sagte, man sehe schon jetzt an den AfD-Abgeordneten in den Landtagen, dass sie nicht ordentliche Parlamentsarbeit leisteten, sondern eher Streit und Richtungskämpfe an der Tagesordnung seien. Auch die NPD sei schon in den 1960er-Jahren in sieben der damaligen zehn Landtage vertreten gewesen, dann aber wieder in der Bedeutungslosigkeit verschwunden.

"Unerfreulich, aber keine Katastrophe"

Der Meinungsforscher sieht generell keine Gefahr für die Demokratie, wenn die AfD erstmals im Bundestag vertreten sein wird. "Es ist unerfreulich, aber keine Katastrophe, weil die Deutschen insgesamt als Demokraten gefestigt sind."

Güllner qualifizierte die AfD als "im Kern durch und durch rechtsradikal, von ihrem Programm über ihre Kandidaten bis hin zu den Wählern." AfD-Vizechefin Beatrix von Storch wies den Vorwurf zurück. "Die AfD ist eine liberal-konservative Partei, die Positionen vertritt, die vor Angela Merkel auch CDU/CSU vertreten haben", sagte sie der "NOZ". Dazu gehörten etwa die Begrenzung der Einwanderung, die Ablehnung des Doppelpasses und der "Ehe für alle" sowie die Forderung nach einer deutschen Leitkultur.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

„Hart aber Fair“-Gast: Dieser Satz im Sondierungspapier kündigt Merkels Rückzug an

In der ARD-Sendung „Hart aber Fair“ debattieren die Gäste über die strittigen Punkte des Sondierungspapiers. Ein Gast der Sendung will darin einen Satz entdeckt haben, …
„Hart aber Fair“-Gast: Dieser Satz im Sondierungspapier kündigt Merkels Rückzug an

Groschek: Noch viele Unentschlossene vor SPD-Parteitag

SPD-Chef Schulz wirbt in NRW weiter für die Neuauflage der großen Koalition. Gleichzeitig melden sich immer mehr Gegner der GroKo zu Wort. Kann die SPD-Spitze die …
Groschek: Noch viele Unentschlossene vor SPD-Parteitag

Zahl der Asylsuchenden weiter zurückgegangen

Berlin (dpa) - Die Zahl der neu nach Deutschland gekommenen Flüchtlinge ist 2017 auf gut 186.000 weiter zurückgegangen. Das gab Bundesinnenminister Thomas de Maizière …
Zahl der Asylsuchenden weiter zurückgegangen

Papst Franziskus bittet um Verzeihung wegen Kinderschändung

In Südamerika will der Pontifex Vertreter indigener Völker, Migranten, Diktaturopfer und Heimkinder treffen. Ein Heimspiel ist die Visite in der einstigen Bastion des …
Papst Franziskus bittet um Verzeihung wegen Kinderschändung

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.