Forsa-Umfrage zum Jamaika-Aus

Mehrheit ist für Neuwahlen, Umfrageschelte für FDP

+
Er setzte den Jamaika-Sondierungsgesprächen das Ende: FDP-Chef Christian Lindner.

Knapp die Hälfte der Bundesbürger befürwortet nach dem Scheitern der Jamaika-Verhandlungen Neuwahlen. Die FDP erntet für das Verlassen der Sondierungen Kritik.

Update vom 21. November 2017: Gibt es schon im Frühjahr eine Neuauflage der Bundestagswahl? Angeblich kursiert in Berlin schon ein geheimer Termin für Neuwahlen.

Berlin - Nach dem Abbruch der Jamaika-Gespräche ist die Mehrheit der Bürger nach einer aktuellen Umfrage für Neuwahlen. In einer Forsa-Umfrage für das RTL/n-tv-„Trendbarometer“ sprachen sich 45 Prozent der Wahlberechtigten für erneute Wahlen aus, wie die Mediengruppe RTL am Montag mitteilte. 27 Prozent hätten gern wieder eine große Koalition, 24 Prozent sind für eine Minderheitsregierung.

Käme es jetzt zu Neuwahlen, würden sich die Deutschen aber kaum anders entscheiden als bei der Bundestagswahl vor zwei Monaten. Das größte Plus würden die Grünen erzielen: CDU/CSU kämen laut Forsa auf 31 Prozent (bei der Wahl: 33), die SPD würde 21 Prozent schaffen (20,5), die FDP 10 Prozent (10,7) und die Grünen 12 Prozent (8,9). Die Linke käme auf 9 Prozent (9,2) und die AfD auf 12 Prozent (12,6).

Deutliche Umfrageschelte für die Liberalen

Mehr als die Hälfte der Bundesbürger (53 Prozent) hat kein Verständnis für die Entscheidung der FDP, die Sondierungen abzubrechen. 43 Prozent können das nachvollziehen. Rückendeckung für den Abbruch bekommt die FDP besonders von den Anhängern der AfD (80 Prozent) und von den eigenen Anhängern (64 Prozent).

Knapp die Hälfte der Wahlberechtigten (49 Prozent) meint, dass im Fall von Neuwahlen Angela Merkel wieder als Kanzlerkandidatin der Union antreten solle. Bei den CDU-Anhängern sind 85 Prozent dieser Meinung, bei der CSU 69 Prozent.

Und wer soll bei der SPD antreten? Nur 29 Prozent der Wahlberechtigten findet der Umfrage zufolge, Parteichef Martin Schulz sollte es nochmal machen, aber 53 Prozent der SPD-Anhänger sind dieser Meinung.

In Sachen CSU sind sich die Bürger recht einig: 70 Prozent meinen, dass Horst Seehofer seine Ämter als CSU-Vorsitzender und bayerischer Ministerpräsident zur Verfügung stellen sollte. Von den CDU-Anhängern sprachen sich 73 Prozent, von den CSU-Wählern 64 Prozent dafür aus.

Lesen Sie auch: Merkel will es im Fall von Neuwahlen noch einmal wissen

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

USA verhängen Sanktionen gegen Türkei und fordern Waffenruhe

Der Druck auf die Türkei wegen ihrer Syrien-Offensive gegen die Kurdenmiliz YPG wächst: US-Präsident Trump will die Türkei mit Sanktionen zum Waffenstillstand bewegen. …
USA verhängen Sanktionen gegen Türkei und fordern Waffenruhe

Greta Thunberg: Deutscher Professor ist ihr Berater - Kachelmann hält ihn für unseriös

Greta Thunberg setzt sich auf der ganzen Welt für Klimaschutz ein. Dass die 16-Jährige das nicht alleine kann, liegt auf der Hand. Ein Deutscher ist einer ihrer engsten …
Greta Thunberg: Deutscher Professor ist ihr Berater - Kachelmann hält ihn für unseriös

Nach Einmarsch in Syrien: Trump droht der Türkei und Erdogan mit Sanktionen - und schickt Vermittler

Der türkische Präsident Erdogan startet eine Offensive in Nordsyrien. Das ruft Donald Trump auf den Plan, der seine Truppen aus der Region abzieht. Alle News im Ticker.
Nach Einmarsch in Syrien: Trump droht der Türkei und Erdogan mit Sanktionen - und schickt Vermittler

„Messer in der Tasche“: Aiwanger fordert Bürger-Bewaffnung

Hubert Aiwanger hat auf einer Veranstaltung gefordert, dass sich jeder unbescholtene Bürger jederzeit mit einem Messer bewaffnen dürfe. Die Reaktion darauf fällt heftig …
„Messer in der Tasche“: Aiwanger fordert Bürger-Bewaffnung

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.