Pläne in Frankreich durchkreuzt

IS-Terroristen wollten am Donnerstag wohl großen Anschlag verüben

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Kontrollen in Frankreich (Symbolfoto)

Paris - Frankreich hat mit mehreren Festnahmen wohl einen unmittelbar bevorstehenden Terrorakt durchkreuzt - gesteuert aus dem IS-Gebiet. Wo die Attentäter zuschlagen wollten, bleibt aber noch im Dunkeln.

Ferngesteuert von der Terrormiliz Islamischer Staat sollen Männer in Frankreich für nächsten Donnerstag einen Anschlag vorbereitet haben - Sicherheitsbehörden haben den Plan durchkreuzt. Die fünf bereits vor Tagen festgenommenen Verdächtigen seien von einem Auftraggeber in Syrien oder dem Irak gesteuert worden, sagte der Pariser Staatsanwalt François Molins am Freitag. Es sei noch nicht klar, welches Ziel das „Terrorkommando“ im Visier gehabt habe.

„Es zeigt sich zum einen, dass die Verbrecher im Besitz von Waffen und Finanzmitteln oder auf der Suche danach waren“, berichtete Chefermittler Molins. „Zum anderen bereiteten sie sich darauf vor, zur Tat zu schreiten, und suchten Ziele.“ Nach französischen Medienberichten sollen unter den in Betracht gezogenen Objekten auch der Freizeitpark Disneyland bei Paris und der Sitz des Inlandsgeheimdienstes sein. Dies bestätigte Molins allerdings nicht.

Französische Ermittler hatten die Männer am vergangenen Wochenende bei zeitgleichen Razzien in Straßburg und Marseille festgenommen. Die Verdächtigen, gegen die am Freitag ein Verfahren eröffnet wurde, kamen in Untersuchungshaft, berichtete die Nachrichtenagentur AFP am Abend mit Verweis auf die Staatsanwaltschaft. Staatspräsident François Hollande sagte laut Agentur bei einer Veranstaltung in Südfrankreich, es sei eine Attacke großen Ausmaßes verhindert worden.

Frankreich wurde seit Anfang 2015 von einer Serie islamistischer Anschläge erschüttert. Der verheerendsten Attacken waren die Pariser Terrornacht vom 13. November 2015, bei der 130 Menschen ermordet wurden, und im Sommer der Anschlag von Nizza mit 86 Opfern.

In zwei Wohnungen fanden die Ermittler Schriften, die klare Bekenntnisse zum IS seien und den Märtyrertod verherrlichten, so Molins. Sie hätten sich zudem im März 2015 an die türkisch-syrische Grenze begeben. Ob sie auch ins IS-Gebiet gelangten, ist unklar.

Das „Straßburger Kommando“ bestand aus vier Franzosen im Alter zwischen 36 und 37 Jahren, von denen einer auch die marokkanische, ein weiterer die tunesische Staatsbürgerschaft hat. Sie sind seit langem befreundet, einer von ihnen arbeitete in einer Schule. Die Auswertung von beschlagnahmtem Material habe ergeben, dass die Gruppe am kommenden Donnerstag zuschlagen wollte. Auf einem Handy und einem Computer fanden die Ermittler Screenshots von mehreren Orten in einem Online-Kartendienst - sie interpretieren dies als Suche nach Zielen.

Sowohl die Straßburger Gruppe als auch der in Marseille festgenommene Mann hätten gleichlautende Anweisungen erhalten, um sich Waffen zu beschaffen, sagte Molins. Kontakte zwischen ihnen seien allerdings nicht nachgewiesen. In Straßburg wurden drei Pistolen und eine Maschinenpistole gefunden. Der in Marseille festgenommene 46-jährige Marokkaner hatte zudem 104 000 Euro bei sich. Er habe im Sommer 2015 ebenfalls versucht, in die Türkei zu gelangen - die Einreise wurde ihm aber verweigert.

Kurz vor ihrer Festnahme hatten zwei Männer zudem das Programm Periscope auf ihre Smartphones geladen, mit dem man Videos live übertragen kann. Dies wertete Molins als weiteres Indiz für eine kurz bevorstehende Tat. Die Staatsanwaltschaft eröffnete ein Verfahren wegen Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung.

dpa

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