Auf einem Marktplatz

Frauen sprengen sich in Nigeria in die Luft - dutzende Tote

+
-

Madagali - Zwei Frauen sprengen sich auf einem belebten Markt in die Luft. Mindestens 56 Menschen kommen dabei ums Leben. Alles deutet auf islamistischen Terror hin.

Zwei Selbstmordattentäterinnen haben im Nordosten Nigerias über 50 Menschen mit in den Tod gerissen. Sie sprengten sich am Freitag auf einem belebten Markt in Madagali im Bundesstaat Adamawa in die Luft, wie örtliche Behörden mitteilten. Hinter dem Anschlag wird die islamistische Terrormiliz Boko Haram vermutet. Die Behörden sprachen am Freitagabend von 56 Toten und mindestens 180 Verletzten. Augenzeugen berichteten von vielen verstümmelten Körpern.

Die beiden Frauen hatten nach Medienberichten ihre Sprengstoffgürtel zur Mittagszeit gezündet. Eine Explosion erschütterte den Getreidemarkt, während die zweite Selbstmordattentäterin ihren Sprengsatz auf dem Viehmarkt zündete.

In den vergangenen Wochen hatte Boko Haram mehrfach in der Region zugeschlagen. Ein Behördensprecher, Yusuf Muhammad, forderte von der Regierung, Truppen um nahe gelegene Boko-Haram-Lager zu stationieren.

Die sunnitischen Extremisten terrorisieren seit Jahren den Nordosten Nigerias sowie angrenzende Gebiete der Nachbarstaaten Niger, Kamerun und Tschad. Die Islamisten wollen in der Region einen sogenannten Gottesstaat errichten, mit strengster Auslegung des islamischen Rechts, der Scharia.

Bei Anschlägen und Angriffen der Terrormiliz sind seit 2009 mindestens 14 000 Menschen ums Leben gekommen. Allein in Nigeria sind mehr als zwei Millionen Menschen vor der Gewalt der Terrormiliz geflohen.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Kein Fortschritt für inhaftierte Deutsche in der Türkei

Mehrere Deutsche sind in der Türkei in Haft. Die Botschaft kümmert sich um sie. Doch ein grundsätzlicher Fortschritt ist nicht in Sicht.
Kein Fortschritt für inhaftierte Deutsche in der Türkei

Verdächtiger nach Anschlägen in Spanien auf freien Fuß

Nach den Anschlägen von voriger Woche stehen die Behörden in Spanien noch vor offenen Fragen. Das Verhör der vier lebend gefassten mutmaßlichen Terroristen sollte zur …
Verdächtiger nach Anschlägen in Spanien auf freien Fuß

Trump will Kampf in Afghanistan verschärfen

Seit fast 16 Jahren kämpfen US-Soldaten in Afghanistan. Die Erfolge sind umstritten. Donald Trump war einst ein scharfer Kritiker des Einsatzes. "Wir werden Terroristen …
Trump will Kampf in Afghanistan verschärfen

Terror-Verdächtiger gesteht: Anschlag sollte viel größer sein

Beide Hauptverdächtige der blutigen Attentate in Katalonien sind tot. Vier mutmaßliche Mitglieder der Terrorzelle mussten vor Gericht erscheinen. Alle Neuigkeiten finden …
Terror-Verdächtiger gesteht: Anschlag sollte viel größer sein

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.