Rücktrittsforderungen aus der eigenen Partei?

Führungsstreit um CSU-Chef Seehofer gärt weiter

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Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) unterhält sich im bayerischen Landtag in München mit den wartenden Journalisten.

Die Peronaldebatte soll erst im November geführt werden - Dennoch gibt es Aufregung bei den Christsozialen: Stellt sich ein großer Teil des CSU-Bezirksverbands München gegen Seehofer?

München - In der CSU gärt weiter der Führungsstreit um Parteichef Horst Seehofer. Am Donnerstag sorgte ein Bericht der "Bild"-Zeitung bei den Christsozialen für Aufregung, laut dem sich ein großer Teil des CSU-Bezirksverbands München gegen Seehofer stellt. Der ebenfalls zu diesem CSU-Bezirk zählende stellvertretende CSU-Generalsekretär Markus Blume bestritt allerdings, dass es eine offizielle Gremiensitzung gegeben habe. "Das ist definitiv nicht der Zeitpunkt, um solche Dinge aus dem Hinterzimmer loszutreten, man kann auch sagen aus dem Hinterhalt - das ist keine gute politische Kultur", sagte Blume im Bayerischen Rundfunk (BR). 

Der "Bild" zufolge war Blume allerdings als einziger von neun Kreisvorsitzenden in München bewusst nicht zu einem Treffen des Bezirks eingeladen worden. Die CSU ist in zehn Bezirksverbände gegliedert. Rücktrittsforderungen an Seehofer gab es bisher vor allem aus den Bezirken Oberfranken und Oberpfalz. Die stellvertretende Ministerpräsidentin Ilse Aigner sagte im BR zu der Debatte: "Ich halt's für schädlich." Die CSU hatte sich eigentlich darauf verständigt, die Personaldebatte erst bei ihrem Parteitag Mitte November zu führen. 

Auch der Chef der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Alexander Dobrindt, kritisierte die Rücktrittsforderungen aus der eigenen Partei. Dobrindt forderte Seehofers Gegner in der "Rheinischen Post" vom Donnerstag zu fairer und transparenter Konkurrenz auf. "Ich halte solche Beiträge in der jetzigen Phase einer historischen Situation für die CSU mit schwierigsten Verhandlungen in Berlin für kontraproduktiv und in Teilen auch unfair geführt." 

Seehofer hält an Strategie fest: erst Inhalte, dann Personalien

CSU-Chef Horst Seehofer will sich nicht von den Querschüssen einiger Parteianhänger zu seiner politischen Zukunft treiben lassen. „Nachdem ich sehr viel Wert darauf lege, dass wir in den nächsten Wochen über Inhalte reden und nicht über Personen, will ich jetzt keine Personaldiskussionen führen“, sagte der bayerische Ministerpräsident am Donnerstag am Rande einer Landtagssitzung in München. Inhaltlich bewerten wolle er die zuvor in Medien kolportierte Kritik an seiner Person von einigen Vertretern aus mehreren Münchner CSU-Kreisverbänden zunächst nicht.

„Ich höre da sehr Unterschiedliches, ich lege sehr viel Wert darauf, es von authentischer Seite zu hören - das ist der Bezirksvorsitzende (Ludwig Spaenle), mit dem werde ich reden, der wird mir dann schon sagen, wie die Dinge tatsächlich stehen“, betonte Seehofer. Dies sei insbesondere mit Blick auf die Sitzung des CSU-Parteivorstandes am Montag wichtig, „ob noch gilt, dass wir jetzt möglichst stark in Berlin verhandeln wollen“.

Für ihn sei weiter entscheidend, zunächst in Berlin die Inhalte für den Koalitionsvertrag zu verhandeln. „Je nach Sachlage werden wir dann über die Mannschaft der CSU reden. Wir versäumen jetzt gar nichts“, sagte Seehofer. Nach der Pleite bei der Bundestagswahl, bei der die CSU auf 38,8 Prozent der Stimmen abstürzte, ist Seehofer unter Druck geraten. Offiziell war die Personaldebatte auf den für Mitte November geplanten Parteitag vertagt worden.

dpa/AFP

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