Wie ist es mit DB-Konkurrenz?

Für Gratisfahrten von Soldaten weitere Verhandlungen nötig

+
Im Regionalverkehr hat die Deutsche Bahn einen Marktanteil von zwei Dritteln - die restlichen Strecken fahren Konkurrenten. Foto: Soeren Stache

Soldaten sollen gratis mit der Deutschen Bahn fahren können - im Fern- und Regionalverkehr. Für die DB-Konkurrenz aber gilt das noch nicht. Und auch bei DB-eigenen Zügen ist das letzte Wort nicht gesprochen.

Berlin (dpa) - Die geplanten Gratisfahrten für Soldaten auch in Regionalzügen sind noch nicht in trockenen Tüchern. Gespräche mit den den Verkehrsverbünden als Besteller des Regionalverkehrs hat es bislang nicht gegeben.

Die Bahn kündigte nun an, gemeinsam mit den Ministerien für Verteidigung und Verkehr "unverzüglich" auf die Partner zuzugehen. "Ziel ist es, eine bundesweite Ausweitung auf den gesamten Regionalverkehr als Branchenlösung zu erreichen", sagte eine Sprecherin auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Der Staatskonzern hatte sich mit den Ministerien für Verteidigung und Verkehr sowie der CSU im Bundestag darauf verständigt, dass Soldaten in Uniform vom 1. Januar an kostenlos die Züge der DB im Fern- und Regionalverkehr benutzen können.

Doch die Bundesarbeitsgemeinschaft der Aufgabenträger des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) zieht da noch nicht mit: "Die DB spricht sicher für den Fernverkehr. Im Nahverkehr werden die Details mit den Ländern und Aufgabenträger-Organisationen zu verhandeln sein", teilte die Arbeitsgemeinschaft der dpa mit.

Die AG vertritt die Verkehrsverbünde, die im Auftrag von Ländern und Kommunen Regionalzugfahrten bei der DB und anderen Eisenbahnen bestellen. Anders als im Fernverkehr fährt die Bahn Regionalepress- und Regionalbahnzüge nicht auf eigene Rechnung. Die Verbünde bezahlen dafür.

"Es ist sicher richtig, dass den Soldaten mehr Wertschätzung entgegengebracht werden sollte", stellte die Arbeitsgemeinschaft klar. Es fehlten dadurch aber Einnahmen im Nahverkehr, und es könnten Kosten entstehen. "In welcher Höhe und wie dies ausgeglichen werden kann, ist nun zu prüfen."

Im Regionalverkehr hat die DB einen Marktanteil von zwei Dritteln, die restlichen Strecken fahren Konkurrenten. Sie forderten am Wochenende, das Angebot für Soldaten für alle Eisenbahnen zu öffnen - gegen einen angemessenen Ausgleich, wie ihr Verband Mofair mitteilte.

Damit Soldaten wirklich unabhängig vom Betreiber jeden Regionalzug gratis nutzen können, will die Bahn nun auch im Tarifverband der Bundeseigenen und Nichtbundeseigenen Eisenbahnen verhandeln, wie es hieß. Am Tisch sitzen sollen auch die Aufgabenträger, Verkehrsverbünde und Landestarifgesellschaften.

Bahn-Pressemitteilungen

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Corona-Zoff: Merkel nun machtlos? Söder stellt erstaunliche Forderung - Experte warnt

Corona-Chaos in Deutschland: Die Länder sind ungeduldig - die Kanzlerin gibt offenbar auf. Doch kurz darauf ist das Klagen groß. Eine Analyse.
Corona-Zoff: Merkel nun machtlos? Söder stellt erstaunliche Forderung - Experte warnt

Lidl in den USA: Mitarbeiterin klagt über erschreckende Corona-Fehler - „Vielleicht muss erst einer sterben“

Die Arbeitsbedingungen in US-Discountern in der Corona-Krise geraten in die Kritik. Lidl-Mitarbeiter erheben schwere Vorwürfe.
Lidl in den USA: Mitarbeiterin klagt über erschreckende Corona-Fehler - „Vielleicht muss erst einer sterben“

Bund und Länder einig: Kontaktbeschränkungen bis 29. Juni

Nun ist es amtlich: Mindestens noch einen ganzen Monat werden die Kontaktbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie gelten. Aber immerhin dürfte es fast überall in …
Bund und Länder einig: Kontaktbeschränkungen bis 29. Juni

Venezuela-Krise: Geberkonferenz organisiert Milliardenhilfe

Brüssel (dpa) - Bei einer internationalen Geberkonferenz für die Leidtragenden der politischen Krise in Venezuela sind Hilfen in Höhe von insgesamt 2,5 Milliarden Euro …
Venezuela-Krise: Geberkonferenz organisiert Milliardenhilfe

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.