Trump „bester US-Führer“ für Isreal

Für Israel sind gute Beziehungen zu USA wichtiger als Geißelung von Neonazis

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Auch schon beim Besuch des US-Präsidenten Donald Trump in Israel demonstrierten er und der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu Einigkeit.

Ein israelischer Minister hat sich zur zurückhaltenden Position von Regierungschef Benjamin Netanjahu zu den antisemitischen Vorfällen in der US-Kleinstadt Charlottesville geäußert.

Jerusalem - Für die israelische Regierung sei ein gutes Verhältnis zu den USA wichtiger als die Verurteilung solcher Vorkommnisse, sagte der Kommunikationsminister Ajub Kara der englischsprachigen Zeitung Jerusalem Post vom Freitag. Angesichts der "wunderbaren Beziehungen" zwischen US-Präsident Donald Trump und Netanjahu müssten "Erklärungen über die Nazis im richtigen Verhältnis" erfolgen. Kara fügte hinzu, es sei notwendig, Antisemitismus und jede Spur von Nazismus zu verurteilen, und er werde als Minister dazu beitragen, dass sie sich nicht weiter verbreiteten. Doch Trump sei der "beste US-Führer", der Israel je widerfahren sei. Es könne deshalb nicht akzeptiert werden, dass jemand ihm schade.

Trump und Netanjahu wenden sich nur halbherzig gegen rechtsextreme Gewalt

Die USA sind Israels wichtigster Verbündeter. Washington unterstützt das Land sowohl diplomatisch als auch militärisch. Beim Aufmarsch hunderter weißer Rassisten und Rechtsextremisten am vergangenen Wochenende in Charlottesville im US-Bundesstaat Virginia hatten sich Demonstranten unter anderem vor einer Synagoge versammelt. Einige zeigten den Hitler-Gruß und skandierten antisemitische Parolen. Trump relativierte die Gewalt der Ultrarechten - unter ihnen Mitglieder des Ku Klux Klan - und stellte sie auf eine Stufe mit deren Gegnern. Ein 20-jähriger Neonazi war mit einem Auto in die Menge der Gegendemonstranten gerast und hatte dabei die 32-jährige Heather Heyer getötet. Netanjahu hatte die rechtsextreme Gewalt in den USA nur in einem einzigen Beitrag im Internet-Kurzbotschaftendienst Twitter verurteilt - drei Tage nach dem tödlichen Vorfall in Charlottesville vom vergangenen Samstag.

afp

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