Fulda in das Programm "Stadtumbau in Hessen" aufgenommen

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Fuldaer Quartier Langebrückenstraße/Hinterburg im hessischen Stadtumbauprogramm. Ansporn für die Entwicklung nachhaltiger städtebaulicher Perspektiven

Fulda/Wiesbaden.  Mit großer Freude hat die Stadt Fulda die Aufnahme des Quartiers Langebrückenstraße/Hinterburg in das Bund-/Länder-Förderprogramm "Stadt­umbau in Hessen" aufgenommen. "Dieses Signal der Hessischen Landesregierung ist für uns Ansporn, vor dem Hintergrund der nun in Aussicht stehenden Förderkulisse für das traditionsreiche Stadtareal eine neue städtebauliche Perspektive zu entwickeln, die im Sinne der dort Lebenden einen wirklich nachhaltigen Nutzen und Zugewinn an Lebens- und Wohnqualität entfaltet", sagte Fuldas Stadtbaurat Daniel Schreiner, der in Wiesbaden persönlich den Bescheid aus den Händen von Hessens Umweltministerin Priska Hinz entgegennahm.

Für Fulda ist das Förderprogramm "Stadtumbau in Hessen" kein Neuland: Bereits von 2005 bis 2015 kam das Quartier "Südliche Innenstadt" in den Genuss des Programms – besonders gelungene Projekte wie die Neugestaltung der Grünanlagen am Hirtsrain und am Alten Städtischen Friedhof sowie die Wiederbelebung des ehemaligen Weisensee-Firmengeländes sowie die Schaffung eines gut angenommenen Quartiersplatzes zeugen von den attraktiven Möglichkeiten und der Dynamik, die ein solches Programm entfalten kann.

Für die jetzt erfolgreiche Bewerbung im Bereich Langerückenstraße/Hinterburg hat das zuständige Stadtplanungsamt bereits einige Ideen formuliert, die nun für die nötige Erstellung eines integrierten Entwicklungskonzepts unter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger konkretisiert werden sollen. Aus Sicht der Stadt ist im Stadtumbauquartier vor allem die Aktivierung von Bauflächen für Wohnungsbau besonders wichtig, um dem steigenden Bedarf und der Nachfrage nach Wohnbaulandflächen in der Stadt auch weiterhin gerecht werden zu können. An etwa 50 Prozent der Wohn- und Gewerbegebäuden besteht mittlerer bis hoher Instandsetzungs- und Modernisierungsbedarf. "Hier wollen wir mit Hilfe des Stadtumbauprogramms finanzielle Anreize geben für entsprechende Maßnahmen – auch im Bereich der energetischen Sanierung", sagte Schreiner.

Klimaschutz und Klimaanpassung spielen nach Neuauflage des Programms eine wichtige Rolle, um den Folgen des Klimawandels wie Trockenheits- und Hitzeperioden, Starkregenereignissen und Feinstaubbelastung entgegen zu wirken. In diesem Zusammenhang gelten unversiegelte und begrünte Freiräume in innerstädtischen Lagen als besonders wirksame stadtklimatologische Einflussfaktoren. Erklärtes Ziel ist es, das Quartier Langebrückenstraße/Hinterburg und damit den westlichen Eingangsbereich in die Stadt städtebaulich aufzuwerten. Dieser Bereich ist für die Stadt Fulda historisch, siedlungsgeschichtlich, denkmalpflegerisch und für die zukünftige Stadtentwicklung von großer Bedeutung.

In der Vergangenheit waren verschiedene Vorstöße der Stadt, dieses Gebiet in ein öffentliches Förderprogramm einzustellen, gescheitert. "Umso glücklicher sind wir, dass wir im ersten Anlauf nach Aufruf des Hess. Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz im Herbst des Jahres 2015 bei der Neuauflage des Programms Stadtumbau mit unserer Bewerbung erfolgreich waren", kommentierte Stadtbaurat Schreiner.

Hintergrund

Siedlungsgeschichtlich kann man den Bereich um die Hinterburg und die Langebrückenstraße als Keimzelle für die Entwicklung der bürgerlichen Stadt betrachten, obwohl dieser Bereich als Vorstadt politisch unabhängig war und nicht der mittelalterlichen Stadt zugeordnet wurde. Noch vor der Gründung der Stadt gab es hier eine erste Ansiedlung. Der Bereich ist als Gesamtanlage nach dem Hessischen Denkmalschutzgesetz unter Schutz gestellt als typischer historischer Vorstadtbereich, an dessen Erhaltung ein besonderes öffentliches Interesse besteht. Anhand der bis heute erhaltenen kleinteiligen mittelalterlichen Bebauung – unterbrochen durch gründerzeitliche Ersatzbauten und Neubauten aus den späteren Jahren des 20. Jahrhunderts – lässt sich die Siedlungsgeschichte der Stadt bis heute nachverfolgen.

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