„Gegen den Sog der Instabilität“

Gabriel mit überraschendem Libyen-Besuch - weitere Flüchtlingshilfe

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Außenminister Gabriel auf einer Reise nach Russland (Archivbild). 

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) ist am Donnerstag überraschend zu einem Besuch in Libyen eingetroffen. Er sagte dem Krisenstaat zusätzliche Hilfe zu. 

Tripolis - Bei seinem Überraschungsbesuch in Libyen hat Außenminister Sigmar Gabriel am Donnerstag 3,5 Millionen Euro zusätzlich für die Flüchtlingshilfe in dem Krisenstaat zugesagt. Das Geld soll zur Verbesserung der teils katastrophalen Zustände in den Flüchtlingslagern des von jahrelangem Bürgerkrieg erschütterten Landes verwendet werden. Von Libyen aus gelangt der größte Teil der Flüchtlinge aus Afrika über das Mittelmeer nach Europa.

Gabriel ruft zu Gesprächs- und Kompromissbereitschaft auf 

„Unser Ziel ist es, uns - gemeinsam mit den Libyern - gegen den Sog der Instabilität zu stemmen“, sagte Gabriel nach seiner Ankunft in der Hauptstadt Tripolis. Die Konfliktparteien rief er zu Gesprächs- und Kompromissbereitschaft auf. „Nur dann besteht eine Chance auf eine Beruhigung der Kampfhandlungen und - mittelfristig - auf Ordnung und Staatlichkeit.“  

Seit dem Sturz des Langzeitmachthabers Muammar al-Gaddafi 2011 herrscht Bürgerkriegschaos in Libyen. Drei Regierungen reklamieren die Macht in dem nordafrikanischen Wüstenstaat für sich, ihr Einfluss ist jedoch lokal begrenzt. Die von den Vereinten Nationen unterstützte Regierung von Ministerpräsident Fajis al-Sarradsch hat kaum Kontrolle über die Hauptstadt Tripolis hinaus.  

Mehr als 60.000 Flüchtlinge kamen in den ersten fünf Monaten dieses Jahres aus Libyen nach Europa

„Wie unter einem Brennglas sehen wir in Libyen die gewaltigen politischen, humanitären und sicherheitspolitischen Folgen der Konflikte im Nahen und Mittleren Osten“, sagte Gabriel. „Flucht, Vertreibung und Migration auf der anderen Seite sind eine Folge, die uns unmittelbar betrifft.“

Allein in den ersten fünf Monaten dieses Jahres sind mehr als 60 000 Flüchtlinge über Libyen nach Europa gekommen - 26 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Etwa 1700 Menschen kamen von Januar bis Mai auf der Flucht ums Leben.

dpa

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