Wegen Absage an türkischen Justizminister

Bombendrohung in Gaggenau: Polizei gibt Entwarnung

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Bombendrohung Rathaus Gaggenau

Gaggenau - Nach der Absage eines Auftritts des türkischen Justizministers Bekir Bozdag im baden-württembergischen Gaggenau ist im dortigen Rathaus am Freitagmorgen eine Bombendrohung eingegangen.

Update vom 11. März 2017: Eine weitere Anschlagsdrohung sorgt für Aufsehen. In Nordrhein-Westfalen wurde das Einkaufszentrum Limbecker Platz in Essen geschlossen. Laut Polizei gibt es konkrete Hinweise auf einen geplanten Anschlag.

Wegen einer Bombendrohung ist am Freitagmorgen das Rathaus in Gaggenau geräumt und durchsucht worden. Das teilte die Polizei mit. Der Anrufer begründete die Drohung mit der Absage eines Auftritts des türkischen Justizministers Bekir Bozdag in der Stadt, wie der Leiter des Bürgerservices, Dieter Spannagel, der Nachrichtenagentur AFP. Zuvor sagte der Gaggenauer Bürgermeister Pfeiffer gegenüber dem Nachrichtensender ntv: „Wir wissen es natürlich nicht definitiv, aber man musste auch damit rechnen, dass hier Konsequenzen auch in dieser Richtung entstehen und wir gehen davon aus, dass ein direkter Zusammenhang besteht.“

Die Polizei sei mit Beamten und Spürhunden im Einsatz, sagte eine Sprecherin der Polizei der Deutschen Presse-Agentur. Das Gelände um das Rathaus der 30.000-Einwohner-Stadt sei abgesperrt worden. Gegen Mittag konnte die Polizei Offenbach jedoch Entwarnung gebe. Weder die Beamten noch die Spürhunde hätten etwas verdächtiges gefunden. 

Bozdag sagt gesamte Deutschlandreise ab

Die Stadt hatte eine für Donnerstagabend geplante Veranstaltung, bei der der Minister auftreten sollte, aus Sicherheitsgründen untersagt. Sie begründete dies damit, dass die Kapazitäten der angemieteten Festhalle nicht für den erwarteten Besucherandrang ausreichten. Die Absage des Auftritts stieß in der Türkei auf scharfe Kritik. Ankara hat der Bundesregierung vorgeworfen, das von Staatschef Recep Tayyip Erdogan angestrebte Präsidialsystem verhindern zu wollen. Berlin wolle keine Wahlkampfveranstaltungen zu der Verfassungsreform in Deutschland und keine "starke Türkei", sagte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu am Freitag. 

Als Reaktion auf das Auftrittsverbot sagte der türkische Justizminister Bozdag seine gesamte Deutschlandreise ab, bei der auch ein Treffen mit Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) geplant war.

Reaktionen nach weiterer Absage in Köln

Nach der Absage einer Veranstaltung mit dem türkischen Wirtschaftsminister Nihat Zeybekci in Köln soll der Politiker am Sonntag in Leverkusen auftreten. Bei einem Konzert im Veranstaltungszentrum Forum sei ein Grußwort des Ministers und des türkischen Generalkonsuls angekündigt, sagte ein Sprecher der Kölner Polizei am Freitag. 

Ein türkischer Fernsehsender wolle das Konzert live übertragen. „Wir haben die Veranstaltung im Blick“, sagte der Sprecher. Weil das Konzert in einem geschlossenem Raum stattfinde, unterliege die Veranstaltung nicht dem Versammlungsrecht. Die Polizei stelle sich auf Gegendemonstrationen ein.

Stadt Gaggenau stoppt Auftritt von türkischem Justizminister

dpa/AFP/sah/mt

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