Geldautomat in Dillich wird abgebaut: Das sagt der Bürgermeister

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Der Verwaltungsrat der Stadtsparkasse Borken hat beschlossen, den Geldautomaten in Dillich abzubauen. Eine Nachricht, die für Brisanz sorgt.

Borken. Hat Bürgermeister Marcel Pritsch-Rehm schon nach acht Wochen Amtszeit seine Wahlversprechen, die Stadtteile zu stärken und transparent mit allen Beteiligten zu kommunizieren, über Bord geworfen? Das fragen sich momentan viele Borkener – und vor allem die Bürger aus den Stadtteilen Dillich, Gombeth und Singlis.

In einer Presseerklärung prangern der SPD-Stadtverband Borken und der SPD-Ortsverein Gombeth den Beschluss des Verwaltungsrates der Stadtsparkasse Borken an: "Wie erst jetzt bekannt wurde, ist es beschlossene Sache, dass die Geldautomaten in den Borkener Stadtteilen Dillich, Gombeth und Singlis zum 30. Juni 2016 abgebaut werden. Bereits am 26. Januar hat dies der neue Verwaltungsratsvorsitzende FWG-Bürgermeister Marcel Pritsch-Rehm gemeinsam mit dem Vorstand der Stadtsparkasse Borken, Christoph Ernst und Nicole Reichard, im Verwaltungsrat der Stadtsparkasse durchgesetzt." Die Borkener Sozialdemokraten fordern in ihren Pressemitteilungen,  die Geldautomaten in den Stadtteilen zu erhalten.

Automat in Dillich wird Ende Juni abgebaut

Der Bürgermeister zeigt sich erstaunt über die Anschuldigungen. "Ich wundere mich sehr, dass eine Entscheidung, die im Verwaltungsrat auch von SPD-Mitgliedern getroffen wurde, vor der Wahl politisch genutzt wird", sagt Pritsch-Rehm im Telefonat mit unserer Redaktion. "Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht; sie war jedoch einstimmig. Es gab in der Präsentation kein einziges Argument zur Erhaltung des Geldautomaten in Dillich."

Denn nur dieser Abbau stehe fest: Zum 30. Juni werde der EC- sowie Überweisungsautomat in Dillich abgebaut. "Die Stadtsparkasse hat die Nutzung des Automaten geprüft. Am Tag wird er nur von etwa zehn Personen genutzt und nur etwa die Hälfte davon sind Kunden der Stadtsparkasse", erklärt der Rathauschef weiter. Die Erhaltung des Automaten würde hingegen im fünfstelligen Bereich liegen. "Das steht in keinem wirtschaftlichen Verhältnis zur Nutzung", fügt er hinzu.Zumal es in Dillich keinen Lebensmittelmarkt mehr gebe. "Die Bewohner müssen deshalb zum Einkaufen nach Borken oder Frielendorf ausweichen. Dort haben sie die Möglichkeit, an den Geschäftsstellen der Sparkasse kostenlos Transaktionen zu tätigen", erklärt der Bürgermeister.

Stadtsparkasse soll eigenständig bleiben

Auch der Vorwurf des SPD Ortsvereins Gombeth, dass der Grund für den Abbau der Geldautomaten eine Fusion zwischen der Stadtsparkasse Borken und der Kreissparkasse Schwalm-Eder sein soll, sei falsch. "Wir wollen die Eigenständigkeit der Stadtsparkasse erhalten. Es gab keine Gespräche über eine Fusion zwischen den beiden Banken", betont Pritsch-Rehm.

Schweigepflicht verletzt?

Der Verwaltungsrat tagt nicht öffentlich. Dass die Absprachen der Sitzung schon vorzeitig nach außen gedrungen sind, lasse vermuten, dass ein Mitglied seine Schweigepflicht verletzt habe, gibt der Bürgermeister zu bedenken. "Dass der Termin mit den Ortsvorstehern – und speziell mit dem Ortsversteher von Dillich – erst nach den Kommunalwahlen gesetzt wurde, ist keine Wahlschikane. Es hatte rein organisatorische Gründe", sagt der Borkener Bürgermeister. Bevor die Information veröffentlicht werden sollte, sollten die Ortsvorsteher über die Entscheidung aufgeklärt werden. "Doch diese Möglichkeit wurde dem Verwaltungsrat genommen", sagt Pritsch-Rehm.

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