Kreml protestiert

Gericht verurteilt Moskau wegen Geiseldramas von Beslan

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Bei dem islamistischen Terrorangriff starben 2004 mehr als 330 Menschen, unter ihnen über 180 Kinder.

Straßburg - Der Terrorangriff auf eine Schule in Beslan im Jahr 2004 endete tragisch. Unter Hunderten Todesopfern waren viele Kinder. Die Verantwortung tragen aus Sicht der Straßburger Richter nicht nur die Terroristen.

Russland will das Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte wegen schweren Versagens während des Geiseldramas in Beslan im Jahr 2004 anfechten. Mehrere Schlussfolgerungen des Gerichts seien haltlos und die Argumente wenig überzeugend, teilte das Justizministerium in Moskau am Donnerstag mit.

Der EGMR hat Russland nach dem islamistischen Terrorangriff auf eine Schule „erhebliche Mängel“ beim Krisenmanagement sowie einen unverhältnismäßigen Einsatz von Waffen vorgeworfen. Die Behörden hätten außerdem nicht genug getan, um die Attacke zu verhindern. Beim Angriff starben mehr als 330 Menschen, unter ihnen mehr als 180 Kinder.

Die Richter verurteilten Moskau dazu, 409 Opfern insgesamt knapp drei Millionen Euro Schmerzensgeld zu zahlen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Der Kreml kritisierte die Entscheidung der Richter in Straßburg scharf. „Es ist unmöglich für uns, dem zuzustimmen“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. „Unser Land wurde mehr als nur einmal Ziel von Terrorangriffen“, sagte er. Die Liste der Länder, die attackiert werden, werde immer länger. „Deshalb sind solche Urteile für uns absolut inakzeptabel.“

dpa

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