Bundestagswahl 2017

Neue Gerüchte: Tritt Schulz gegen Merkel an?

Berlin - Ein Sprecher bezeichnete die Gerüchte als „Blödsinn“, trotzdem gehen die Spekulationen weiter: Will Martin Schulz 2017 als SPD-Kanzlerkandidat gegen Angela Merkel antreten?

Angela Merkel will am Sonntag verkünden, ob sie bei den Bundestagswahlen 2017 wieder als Kanzlerin kandidiert. Erwartet wird, dass sie ihren Job behalten will. Doch wen wird die SPD gegen die amtierende Kanzlerin ins Rennen schicken?

Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ hat jetzt Gerüchte befeuert, dass der derzeitige EU-Parlamentspräsident Martin Schulz als SPD-Kanzlerkandidat antreten will. Dies soll seine Bedingung dafür sein, dass er das Außenminister-Amt von Frank-Walter Steinmeier übernimmt. Steinmeier wiederum soll im Februar 2017 zum neuen Bundespräsidenten gewählt werden.

Ein Sprecher sagt: „Das ist völliger Blödsinn“

Die „FAZ“-Information, dass Martin Schulz nur von Brüssel nach Berlin wechseln wolle, wenn er auch als Kanzler kandidieren darf, wird von seinem Sprecher dementiert: „Das ist völliger Blödsinn“, sagte er. Auch SPD-Chef Sigmar Gabriel widersprach den Gerüchten. 

Allerdings: Auch die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, dass Martin Schulz in letzter Zeit auffallend oft zu innenpolitischen Themen Stellung nimmt. Es „verfestige“ sich der Eindruck, dass der SPD-Mann aus Würselen bei Aachen für eine Kanzlerkandidatur bereit stünde. „Wenn man Schulz dieser Tage beobachtet, erlebt man einen Mann, der zwar um keinen Preis sagen darf, dass er gern kandidieren würde, dem das Wollen aber aus jeder Pore dringt“, will die SZ beobachtet haben. 

Martin Schulz schließt nichts aus

Schulz selbst äußerte sich jetzt ebenfalls zu den Gerüchten: Als SPD-Vorsitzender habe Sigmar Gabriel „den ersten Zugriff auf die Kanzlerkandidatur, wenn wir Anfang kommenden Jahres darüber entscheiden“, sagte er. Die SPD werde sich zu „gegebener Zeit“ auf einen Kanzlerkandidaten festlegen, sagte er außerdem beim „Wirtschaftsgipfel“ der SZ. Damit legt sich der Europa-Politiker auf nichts fest - schließt aber auch nichts aus.

Sigmar Gabriel, der als SPD-Vorsitzender den ersten Zugriff in der Kanzlerkandidatenfrage hat, zaudert laut der Nachrichtenagentur dpa. Der Grund: Der Vizekanzler kenne seine mäßigen Beliebtheitswerte in der Bevölkerung.

Juncker will Schulz nicht aus Brüssel gehen lassen

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat unterdessen mit seinem Rücktritt gedroht, sollte Schulz seinen Posten als EU-Parlamentspräsident nach Januar 2017 nicht behalten dürfen.  Eigentlich soll Schulz im Januar seinen Posten für einen Kandidaten der konservativen Europäischen Volkspartei (EVP) räumen. In interen Gesprächen soll er laut „Spiegel“ aber gesagt haben, dass er seine Amtszeit verlängern wolle. Jean-Claude Juncker stellte sich nun klar hinter ihn. Sollte Schulz seinen Posten räumen müssen, "dann kann ich für meine Zukunft als Kommissionspräsident nicht mehr garantieren", wird er im „Spiegel“ zitiert.

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