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Gespräch der Hessischen Landesregierung mit den Kirchen

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Vertreter der evangelischen und katholischen Kirchen in Hessen trafen sich im RPI Marburg mit der Landesregierung Hessen zum Spitzengespräch (1.R.v.l.n.r.): Bischof Prof. Dr. Martin Hein (EKKW), Ministerpräsident Volker Bouffier, Kirchenpräsident Dr. Dr. h.c. Volker Jung (EKHN), Erzbischof Hans-Josef Becker (Erzbistum Paderborn)
Vertreter der evangelischen und katholischen Kirchen in Hessen trafen sich im RPI Marburg mit der Landesregierung Hessen zum Spitzengespräch (1.R.v.l.n.r.): Bischof Prof. Dr. Martin Hein (EKKW), Ministerpräsident Volker Bouffier, Kirchenpräsident Dr. Dr. h.c. Volker Jung (EKHN), Erzbischof Hans-Josef Becker (Erzbistum Paderborn) © Lokalo24.de

Die Landesregierung im Gespräch mit den Leitungen der Evangelischen Kirchen und Katholischen Bistümer in Hessen.

Wiesbaden/Nord-Osthessen.  Ihr  Engagement  für  Flüchtlinge  haben  der  Hessische  Ministerpräsident  VolkerBouffier,  die  Mitglieder  der  Hessischen  Landesregierung  und  die  Kirchen  des  Bundeslandeseinhellig bekräftigt, wie sie nach einem Spitzengespräch in Marburg mitteilten.

Die Vertreter der Kirchen dankten der Landesregierung für ihre großen Anstrengungen, die dazubeigetragen  hätten,  dass  Menschen  auf  der  Flucht  in  den  zurückliegenden  Monaten  in  HessenHilfe  erhielten.  "In  organisatorischer  und  humanitärer  Hinsicht  habe  Hessen  Vorbildlichesgeleistet",  so  der  katholische  Limburger  Apostolische  Administrator  Weihbischof  ManfredGrothe.  Die  Landesregierung  ihrerseits  brachte  ein  hohes  Maß  an  Anerkennung  für  dasEngagement der Kirchen in der Flüchtlingsfrage zum Ausdruck. "Die Kirchen haben mit ihrenprofessionellen Strukturen und zahlreichen ehrenamtlichen Helfern mit dazu beigetragen, dass dieAufgaben  bewältigt  werden  konnten",  so  Ministerpräsident  Volker  Bouffier.  "Die  Integrationbleibt  auch  weiterhin  eine  der  großen  Herausforderungen,  die  Kirche  und  Staat  gemeinsamfordern  werden",  sagte  der  Bischof  der  Evangelischen  Kirche  von  Kurhessen-Waldeck,  Dr.Martin Hein. Sowohl die Interessen der neu zu uns gekommenen Flüchtlinge wie auch die derEinheimischen gelte es zu beachten. Integration sei eine Aufgabe, die beide Seiten betreffe. Nurso bleibe der gesellschaftliche Zusammenhalt gewahrt, waren sich die Vertreter von Kirche undStaat einig.

Turnusgemäß kamen Vertreter der Landesregierung mit den Spitzen der Evangelischen Kirchenund der Katholischen Bistümer zu einem intensiven Meinungsaustausch zusammen. Das Treffenfand diesmal in Marburg im Vorfeld des 500. Jahrestages der Reformation 2017 statt. Vor demHintergrund des  bevorstehenden  Reformationsjubiläums  fand  deshalb auch ein  Austausch  überdie  Bedeutung  der  Religion  in  der  freiheitlichen  Gesellschaft  statt.  In  den  vergangenenJahrhunderten  haben  sich  im  Hinblick  auf  die  Trennung  von  Staat  und  Kirche,  dieReligionsfreiheit und wissenschaftliche Praxis wichtige Grundlagen für das religiöse Miteinanderim  modernen  Verfassungsstaat  entwickelt.  "Auch  im  Hinblick  auf  den  Islam  werde  es  einenentsprechenden Entwicklungsprozess geben müssen. Mehr denn je bedarf es im säkularen Staatder  Anstrengung  aller,  die  Interessen  der  Gläubigen  unterschiedlichster  Religionen  und  derNichtgläubigen auf der Grundlage unserer Werte zu einem fairen Ausgleich zu bringen", betonteMinisterpräsident  Bouffier.  Der  Kirchenpräsident  der  Evangelischen  Kirche  in  Hessen  undNassau, Dr. Volker Jung, betonte: "In der Folge der Reformation wurden wichtige Prinzipien fürdas Zusammenleben der Religionen entwickelt, die auch heute helfen können, Fremdenhass undExtremismus entgegenzuwirken". Der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker unterstrich: "Esbleibt auch künftig von zentraler Bedeutung in einer pluralen Gesellschaft, dass die Religion imöffentlichen Raum ihren Platz hat".

Abschließend besprachen die Teilnehmer das Thema Altersarmut und insbesondere das von denStaatsministern Tarek Al-Wazir, Stefan Grüttner und Dr. Thomas Schäfer entwickelte Modell der"Deutschlandrente".  Dabei  wurden  die  kommenden  Herausforderungen  für  die  sozialenSicherungssysteme  vor  dem  Hintergrund  der  demographischen  Entwicklung  in  den  Blickgenommen.

Beide Seiten stellten abschließend fest, dass auch in dieser Legislaturperiode zwischen Bistümernund  Kirchen  sowie  der  Landesregierung  ein  konstruktiver  und  kontinuierlicher  Dialogstattgefunden habe.

An  dem  Gespräch  nahmen  für  die  katholische  Seite  u.a.  der  Erzbischof  von  Paderborn,  Hans-Josef Becker, für das Bistum Limburg letztmalig Weihbischof Manfred Grothe, für das BistumFulda Weihbischof Prof. Dr.  Karlheinz  Diez  und  für das  Bistum  Mainz  DiözesanadministratorDietmar Giebelmann teil. Auf der Seite der evangelischen Kirchen waren u.a. Bischof Prof. Dr.Martin  Hein,  Kassel  sowie  Kirchenpräsident  Dr.  Volker  Jung,  Darmstadt  und  Präses  ManfredRekowski für die Evangelische Kirche im Rheinland anwesend.

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