Weiter Schweigen über Substanz

Fortschritte bei Ermittlungen zu Giftanschlag auf Ex-Spion

Ermittler in Schutzkleidung und Gasmasken bereiten den Abtransport eines Krankenwagens in der Nähe von Salisbury vor. Foto:  Andrew Matthews/PA Wire
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Ermittler in Schutzkleidung und Gasmasken bereiten den Abtransport eines Krankenwagens in der Nähe von Salisbury vor. Foto:  Andrew Matthews/PA Wire
Ermittlungen in Salisbury: Ein Ermittler in Schutzkleidung und Gasmaske untersucht einen möglicherweise kontaminierten Krankenwagen. Foto Andrew Matthews/PA Wire Foto: Andrew Matthews
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Ermittlungen in Salisbury: Ein Ermittler in Schutzkleidung und Gasmaske untersucht einen möglicherweise kontaminierten Krankenwagen. Foto Andrew Matthews/PA Wire Foto: Andrew Matthews
Ein kontaminiertes Polizeiauto wird in Salisbury zum Abschleppen vorbereitet. Foto: Corporal Pete Brown/MOD/AP
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Ein kontaminiertes Polizeiauto wird in Salisbury zum Abschleppen vorbereitet. Foto: Corporal Pete Brown/MOD/AP
Das Eingangsschild vor dem Salisbury Memorial Hospital, in dem der ehemalige russische Doppelagent Skripal und seine Tochter behandelt werden. Foto: Matt Dunham/AP
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Das Eingangsschild vor dem Salisbury Memorial Hospital, in dem der ehemalige russische Doppelagent Skripal und seine Tochter behandelt werden. Foto: Matt Dunham/AP
Einsatzkräfte in Schutzanzügen an der Bank, auf der der frühere Doppelagent Sergei Skripal und seine Tochter mit Vergiftungserscheinungen aufgefunden wurden. Foto: Andrew Matthews
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Einsatzkräfte in Schutzanzügen an der Bank, auf der der frühere Doppelagent Sergei Skripal und seine Tochter mit Vergiftungserscheinungen aufgefunden wurden. Foto: Andrew Matthews
Ermittler auf dem London Road Friedhof nahe dem Gedenkstein von A. Skripal, dem Sohn des EX-Spions S. Skripal. Auch Skripals Ehefrau Ludmilla liegt hier begraben. Foto: Pa/PA Wire
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Ermittler auf dem London Road Friedhof nahe dem Gedenkstein von A. Skripal, dem Sohn des EX-Spions S. Skripal. Auch Skripals Ehefrau Ludmilla liegt hier begraben. Foto: Pa/PA Wire

Die britische Polizei arbeitet mit Hochdruck an der Aufklärung des Nervengift-Attentats auf den russisch-britischen Ex-Doppelagenten Skripal. Nach einer Sitzung des Sicherheitskabinetts bleiben viele Fragen offen. Aber London will mit "voller Macht" antworten.

Salisbury/London (dpa) - Die Ermittlungen im Fall des vergifteten russischen Doppelagenten Sergej Skripal und seiner Tochter schreiten nach Angaben der britischen Innenministerin Amber Rudd schnell voran. Das machte Rudd nach einer Sitzung des britischen Sicherheitskabinetts in London deutlich.

Unklar blieb, ob die Ermittler bereits eine heiße Spur zu den Tätern oder Hintermännern der Tat haben. Rudd mahnte zu Geduld. "Wir müssen der Polizei und den ermittelnden Einheiten um sie herum den Raum geben, voranzukommen. Ich will aber betonen, dass sie mit Geschwindigkeit und Professionalismus voranschreiten".

An den Ermittlungen beteiligt seien mehr als 250 Polizisten der Anti-Terror-Einheit, sagte Rudd. Sie hätten etwa 200 Zeugen identifiziert und 240 Beweismittel sichergestellt. Auf die Frage nach möglichen Reaktionen Londons, sollte sich herausstellen, dass Russland seine Finger im Spiel hat, wollte sich Rudd nicht einlassen. Es gehe jetzt darum, Beweise zu sichern, damit eine Zuordnung der Tat klar erfolgen könne.

Sicherheitsstaatssekretär Ben Wallace hatte zuvor angekündigt, Großbritannien sei bereit, mit "voller Macht" zu antworten, sobald die Verantwortlichen ausgemacht seien.

Der 66-jährige Skripal und seine 33-jährige Tochter Yulia wurden am vergangenen Wochenende mit Vergiftungserscheinungen in der englischen Kleinstadt Salisbury aufgefunden. Sie wurden der Polizei zufolge Opfer eines Attentats mit Nervengift. Um was für ein Gift es sich genau handelt, wollte Rudd mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen noch nicht sagen.

Skripal und seine Tochter seien weiterhin in einem kritischen Zustand, sagte Rudd. Ein Polizist, der ebenfalls verletzt wurde, ist Rudd zufolge "schwer krank", aber er sei ansprechbar und interagiere mit seiner Familie. Er ließ mitteilen, er sei "kein Held", sondern habe "nur seinen Job gemacht".

Die Polizei hatte am Freitag die Unterstützung des Militärs angefordert und die Ermittlungen ausgeweitet. Am Samstag war auf Fernsehbildern zu sehen, wie Spezialeinheiten der Streitkräfte, mehrere Krankenwagen zur Dekontamination abtransportierten.

Neben dem Fundort der Verletzten und Restaurants in der Innenstadt von Salisbury kamen auch das Wohnhaus Skripals und ein nahegelegener Friedhof in den Fokus der Ermittler. Auf Fotos war zu sehen, wie dort Beamte in gelben Schutzanzügen am Freitag Beweismittel sicherten. Auf dem Friedhof sollen Medienberichten zufolge Skripals Ehefrau und Sohn begraben liegen.

Unklar ist bislang, wie die Opfer mit dem Nervengift in Kontakt kamen. Medien berichteten unter Berufung auf Ermittlerkreise, die Quelle des Gifts könne sich im Haus Skripals befunden haben.

Der Fall erinnert an den Mord an dem Ex-Agenten und Kremlkritiker Alexander Litwinenko, der 2006 in London mit radioaktivem Polonium vergiftet wurde. Die Spuren der Täter führten damals nach Moskau. Das hat zu Spekulationen geführt, der Kreml könnte erneut seine Hände im Spiel haben. Der britische Außenminister Boris Johnson kündigte eine "angemessene und robuste" Reaktion an, sollte sich herausstellen, dass Russland hinter der Tat steckt. Moskau streitet jede Beteiligung an dem Attentat ab und klagt über antirussische Propaganda.

Bericht im "Guardian" - Englisch

Mitteilung der Polizei - Englisch

Bericht auf der Webseite von Sky News - Englisch

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