Konferenz in Bonn

Städte und Regionen betonen führende Rolle beim Klimaschutz

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Der ehemalige kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger sitzt bei der Weltklimakonferenz in Bonn auf dem Podium. Foto: Henning Kaiser

Die Weltklimakonferenz geht in ihre zweite und entscheidende Woche. Klar ist bereits: Die US-Delegation verhält sich eher zurückhaltend - wohingegen die Gegner von Donald Trump höchst aktiv sind.

Bonn (dpa) - Kalifornien und andere US-Bundesstaaten wollen den von Präsident Donald Trump angekündigten Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen durch verstärkte eigene Anstrengungen ausgleichen.

Das kündigte der kalifornische Gouverneur Jerry Brown bei der Weltklimakonferenz in Bonn an. Er vertrat die Auffassung, dass Trump dem Klimaschutz in den USA letztlich sogar ungewollt genützt habe, weil dadurch in den vergangenen Monaten mächtige Gegenallianzen zustande gekommen seien.

Arnold Schwarzenegger rief in Bonn zur Umsetzung des Pariser Abkommens auf. Dass US-Präsident Donald Trump den Klimapakt aufgekündigt habe, werde letztlich keine Folgen haben. "Das bedeutet gar nichts", sagte der Hollywood-Star und ehemalige Gouverneur von Kalifornien vor begeisterten Zuhörern. Kalifornien und andere wichtige US-Bundesstaaten hätten ihre Klima-Anstrengungen nun noch verstärkt. "Kalifornien führt die Revolution der alternativen Energien an", sagte Schwarzenegger.

Der Klimaschutz müsse absolute Priorität haben, forderte der 69-Jährige. Von Zweiflern dürfe man sich nicht irre machen lassen. "Wenn ich den Nein-Sagern und Zweiflern irgendwelche Aufmerksamkeit geschenkt hätte, würde ich heute noch in den österreichischen Alpen sitzen und jodeln."

Auch der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) betonte in Bonn die besondere Rolle von Städten und Regionen. Sie seien oft "Vorreiter in Sachen Klimaschutz", sagte er.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) äußerte sich in der "Stuttgarter Zeitung/Stuttgarter Nachrichten" vorsichtig optimistisch zum weiteren Verlauf. Zur Haltung der US-Delegation sagte sie: "Ich gehe nach den ersten Beratungen davon aus, dass es keine Blockade und auch keine Provokationen geben wird."

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach sich unterdessen für eine wirtschaftsverträgliche Klimapolitik aus. "Wenn Stahlwerke, Aluminiumwerke, Kupferhütten, wenn die alle unser Land verlassen und irgendwohin gehen, wo die Umweltvorschriften nicht so gut sind, dann haben wir für das Klima auf der Welt auch nichts gewonnen", sagte Merkel in einer Videobotschaft.

Gegen eben diese Haltung demonstrierten am Samstag in Bonn etwa 2000 Menschen. "Frau Merkel verschläft den Klimaschutz", war auf Transparenten zu lesen. Die Klimakonferenz mit 25 000 Teilnehmern aus fast 200 Ländern komme nicht recht voran, kritisierte eine Attac-Rednerin auf einer Kundgebung. "Was die da machen - das braucht unbedingt den Druck der Straße."

Die Konferenz dauert noch bis Freitag. Ab Mittwoch wird auf Ministerebene verhandelt. Dann werden in Bonn auch Merkel und der französische Präsident Emmanuel Macron erwartet. Der Erfolg der Konferenz wird wesentlich daran gemessen, wie konkret die Textentwürfe für ein verbindliches Regelwerk etwa zur CO2-Messung sind, die bis Freitag erstellt werden.

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