Klima

Greenpeace bringt der CDU ein „C“ zurück - das Original bleibt aber verschwunden

Und da geht das „C“ plötzlich auf Reisen.
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Und da geht das „C“ plötzlich auf Reisen.

Greenpeace-Aktivisten montieren an der CDU-Parteizentrale in Berlin das „C“ von dem Schriftzug „CDU“ ab.

Update, 22.11., 11.00 Uhr: Und plötzlich war es wieder da. Das am Vortag in Berlin geklaute „C“ der CDU ist wieder aufgetaucht - zumindest als Kopie: Es erschien auf zwei Beinen zu Beginn des Parteitags auf dem Leipziger Messegelände und begehrte Einlass. Es handelte sich offensichtlich um eine Kunststoffnachbildung des Original-Buchstabens.

Greenpeace-Aktivisten klauen C an CDU-Parteizentrale

Erstmeldung, 21.11.: Berlin - Und plötzlich war das „C“ weg. Am heutigen Morgen staunten die Menschen, die vor der CDU-Parteizentrale in Berlin jedenfalls nicht schlecht. Denn das „C“ war plötzlich abhanden gekommen, nur das „DU“ war noch stehengeblieben. Hat sich die Christlich Demokratische Union etwa in die Demokratische Union umbenannt und das Christliche in ihrem Namen einfach gestrichen? Möglich wär’s ja immerhin. 

Doch nein, weit gefehlt. Vielmehr hatten einige Greenpeace-Aktivisten den großen roten Buchstaben aus dem Parteilogo im Konrad-Adenauer-Haus entfernt, wie die Umweltschutzorganisation mitteilte. Das verbleibende „DU“ ergänzten die Aktivisten dann mit einem hübschen Banner, so dass an der Glasfassade zu lesen war: „Du sollst das Klima schützen“.

Ein "C" auf der Suche nach dem "DU"

Greenpeace protestiert gegen Klimapolitik der CDU

Mit der Aktion will Greenpeace  nach eigenen Worten gegen die „desaströse Klimapolitik“ der Partei protestieren. „Während die Partei regelmäßig beteuert, die Schöpfung bewahren zu wollen, bleibt sie die dazu nötigen Maßnahmen mit dem kürzlich vorgelegten Klimapaket erneut schuldig“, hieß es in einer Erklärung. 

Greenpeace warf besonders Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) vor, wirksame Schritte wie den Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor und den Beginn des Kohleausstiegs zu verhindern oder zu verschleppen. Zugleich werde die Energiewende ausgebremst.

„Die CDU kann nicht ewig vom Bewahren der Schöpfung sprechen, ohne auch etwas dafür zu tun“, sagte Greenpeace-Sprecherin Marion Tiemann. „Das schwache Klimapaket hat diesen politischen Etikettenschwindel endgültig auffliegen lassen.“ 

Greenpeace verwies auf eine aktuelle Studie des Instituts Kantar, wonach 74 Prozent der Deutschen die CDU nicht mehr als eine Partei sehen, „die die Schöpfung bewahrt“. Auch von den CDU-Anhängern vertreten demnach 62 Prozent diese Auffassung. Die Befragung war von Greenpeace in Auftrag gegeben worden, befragt wurden vom 7. bis 13. November 1012 Bürger.

Greenpeace geht mit dem „C“ der CDU auf Reisen

Wie die Aktivisten den Buchstaben entfernten, blieb zunächst unklar. Die Berliner Polizei konnte zunächst keine Auskunft geben, auch die CDU-Pressestelle war nicht besetzt. Sämtliche Pressesprecher seien nach Leipzig zum am Freitag beginnenden Bundesparteitag* gefahren, hieß es.

Und was macht das „C“? Das geht jetzt auf Reise. Wohin, ist noch nicht bekannt. Aber es ist auf jeden Fall sehr kommunikativ. Es hat sich nämlich schon mal zu Wort gemeldet. 

(mit afp/dpa)

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