Kampf gegen die Klimakrise

Nächster Halt New York: Greta Thunberg sticht in See

Greta Thunberg winkt von Bord der Hochseejacht "Malizia". Foto: Ben Birchall/PA Wire
1 von 5
Greta Thunberg winkt von Bord der Hochseejacht "Malizia". Foto: Ben Birchall/PA Wire
Zwei Wochen wird die Schwedin Thunberg (l) unterwegs sein. Foto: Ben Birchall/PA Wire
2 von 5
Zwei Wochen wird die Schwedin Thunberg (l) unterwegs sein. Foto: Ben Birchall/PA Wire
Auf ihrer Atlantikreise wird Greta Thunberg (r) von Profisegler Boris Herrmann begleitet. Foto: Kirsty Wigglesworth/AP
3 von 5
Auf ihrer Atlantikreise wird Greta Thunberg (r) von Profisegler Boris Herrmann begleitet. Foto: Kirsty Wigglesworth/AP
Vor der Abfahrt gibt die junge Klimaaktivistin eine Pressekonferenz. Foto: Kirsty Wigglesworth/AP
4 von 5
Vor der Abfahrt gibt die junge Klimaaktivistin eine Pressekonferenz. Foto: Kirsty Wigglesworth/AP
Die emissionsfreie Rennjacht "Malizia" erzeugt die notwendige elektrische Energie für Navigation und Kommunikation mit Solarpaneelen und Unterwasserturbinen. Foto: Andreas Lindlahr/Team Malizia
5 von 5
Die emissionsfreie Rennjacht "Malizia" erzeugt die notwendige elektrische Energie für Navigation und Kommunikation mit Solarpaneelen und Unterwasserturbinen. Foto: Andreas Lindlahr/Team Malizia

Kleines Mädchen auf großer Reise: Greta Thunberg hat sich aufgemacht in Richtung Übersee. Vor ihr stehen nun zwei anspruchsvolle Segelwochen auf dem Atlantik. Auf der anderen Seite des Großen Teichs warten wichtige Termine im Klimakalender auf die junge Schwedin.

Plymouth (dpa) - Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg hat sich an Bord einer Hochsee-Segeljacht auf den Weg in die USA gemacht. Gemeinsam mit den beiden Profiseglern Boris Herrmann und Pierre Casiraghi stach die 16-Jährige im englischen Plymouth in See.

Die Jacht "Malizia" soll sie nun innerhalb von knapp zwei Wochen bis nach New York bringen. Nach einem Jahr der Klimaproteste in Stockholm und anderen Städten Europas will Thunberg ihren Einsatz gegen die Klimakrise in Übersee auf eine neue Ebene heben.

Der Start von Thunbergs großer Reise fällt beinahe genau auf den Jahrestag des Beginns ihrer Protestaktion: Am 20. August 2018 hatte sich die damals 15-Jährige vor den Stockholmer Reichstag gesetzt, um eine beherztere Klimapolitik Schwedens sowie ein Einhalten der Pariser Klimaziele einzufordern. Aus der Protestaktion hat sich die internationale Klimaschutzbewegung Fridays for Future entwickelt.

"Am Anfang hat man meine Stimme nicht gehört", sagte die junge Schwedin am Mittwoch kurz vor der Abfahrt auf einer Pressekonferenz in Plymouth. "Ich habe es weiter versucht, bis ich meinen Weg gefunden hatte, damit man mir zuhört. Man muss kreativ sein."

Thunberg reist über den Atlantik, um unter anderem im September an großen Klimademonstrationen sowie am UN-Klimagipfel in New York teilzunehmen. Im Dezember steht dann in Chile die alljährliche Weltklimakonferenz an. Außerdem will sie in Amerika Betroffene der Klimakrise sowie Umweltaktivisten und Entscheidungsträger treffen. Besuche in Kanada und Mexiko sind ebenfalls vorgesehen.

Auch in den USA will sich Thunberg für eine bessere Klimapolitik einsetzen. Auf der Pressekonferenz verneinte sie aber die Frage, ob sie die Kraft habe, US-Präsident Donald Trump beim Thema Klima umzustimmen. "Ich sage niemandem, was er zu tun oder zu lassen hat."

Thunberg fliegt nicht, weil bei Flugreisen immense Mengen Treibhausgase ausgestoßen werden. Deshalb hatte sie länger nach einer umweltschonenderen Alternative für die Reise nach Amerika Ausschau gehalten. Ende Juli gab sie bekannt, mit der "Malizia" über den Atlantik reisen zu wollen. Das Boot ist mit Solarpaneelen und Unterwasserturbinen ausgestattet, mit denen der an Bord benötigte Strom erzeugt wird.

Herrmann sagte zu der gemeinsamen Reise: "Uns ist klar, dass nicht jeder auf einer Hightech-Jacht übers Meer segeln kann (...) Aber jeder kann in seinem Garten anfangen, etwas zu ändern. Und mit vielen kleinen Schritten können wir etwas erreichen."

Mit Thunberg und den beiden Profiseglern reisen Thunbergs Vater Svante und der Filmemacher Nathan Grossman, der eine Dokumentation über die Tour plant. Viel Komfort werden sie nicht haben - die "Malizia" ist für Hochseerennen ausgestattet und bietet unter Deck kaum Platz für die Reisenden. Als Toilette dient ein Plastikeimer.

Abertausende vor allem junge Menschen protestieren seit Monaten regelmäßig für mehr Klimaschutz. Auch in Deutschland gehen freitags viele Schüler und Studierende, aber auch Wissenschaftler und andere Anhänger nach dem Vorbild Thunbergs im Rahmen der Fridays-for-Future-Proteste auf die Straße.

Thunberg geht es darum, den weltweiten Ausstoß von Treibhausgasen rapide zu senken, damit der Anstieg der globalen Erdtemperatur noch auf unter 1,5 Grad Celsius begrenzt werden kann. Bis heute hat sich die Temperatur um knapp 1 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter erhöht. Die Welt müsse auf die Erkenntnisse der Forschung hören und im Kampf gegen die Klimakrise handeln, fordert Thunberg.

Bundesaußenminister Heiko Maas hat der jungen Klimaaktivistin gute Fahrt für ihre Reise über den Atlantik gewünscht. Er würdigte am Mittwoch im kanadischen Toronto, dass sich so viele junge Menschen für den Klimaschutz engagieren. "Es geht um die Zukunft dieser Menschen, die wollen auch etwas noch haben von der Welt, in der sie leben. Und insofern wünsche ich Greta gute Fahrt."

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Philipp Amthor (CDU): Absurdes Foto aus Bundestag sorgt für viel Gelächter - Hat er ...?!

Ein eigentlich harmloses Foto von Philipp Amthor aus dem Bundestag sorgt für einen absurden Twitter-Jux. Schuld ist ein Autor der ZDF-„heute-show“.
Philipp Amthor (CDU): Absurdes Foto aus Bundestag sorgt für viel Gelächter - Hat er ...?!

Zulauf zu Demonstrationen gegen Corona-Beschränkungen sinkt

Wochenlang hatten Tausende gegen strikte Corona-Abwehrmaßnahmen demonstriert. Der Lockerungskurs der meisten Landesregierungen schafft nun eine neue Lage.
Zulauf zu Demonstrationen gegen Corona-Beschränkungen sinkt

Nach George Floyds Tod: Proteste außer Kontrolle - Lkw rast in Menschenmenge - Trump in Bunker gebracht

Die Demonstrationen nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd nach einem Polizeieinsatz geraten in den USA außer Kontrolle. Nun raste ein Lkw in eine Menschenmenge.
Nach George Floyds Tod: Proteste außer Kontrolle - Lkw rast in Menschenmenge - Trump in Bunker gebracht

USA kommen nicht zur Ruhe - Proteste dauern an

In den USA reißen Proteste gegen Polizeigewalt nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd nicht ab. Auch vor dem Weißen Haus kommt es wieder zu Demonstrationen. …
USA kommen nicht zur Ruhe - Proteste dauern an

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.