Jamaikas Fehler vermeiden

GroKo-Sondierungsgruppen legen los - diese Politiker sind dabei, so arbeiten sie diesmal

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Beginn der Sondierungen von Union und SPD: Volker Bouffier vor dem Willy-Brandt-Haus

Die GroKo-Sondierungen liegen jetzt nicht mehr nur in der Hand der Parteichefs: Seit Sonntagmittag tagen auch die Arbeitsgruppen. Sie sollen diesmal „Jamaika-Fehler“ vermeiden.

Berlin - Am Sonntagnachmittag sind die GroKo-Gespräche nochmal in eine neue Phase eingetreten. Denn seit 13.30 Uhr sind die Verhandlungen nicht mehr nur Sache der Parteispitzen - nun tagen auch die 14 inhaltlichen Sondierungsgruppen. Sie sollten zunächst ihre Arbeitspläne für die kommende knappe Woche beschließen.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur haben sich die Spitzen von Union und SPD in ihren Vorberatungen schon vorab auf ein anderes Vorgehen als bei den nach vier Wochen geplatzten Jamaika-Sondierungen geeinigt.

Jamaika-Fehler vermeiden: GroKo-Sondierer beschließen neue Vorgehensweise

Damals waren die einzelnen Themenbereiche oft bis in alle Details besprochen worden. Strittige Punkte zwischen CDU, CSU, FDP und Grünen wurden in eckigen Klammern schriftlich dokumentiert. Dies hatte dazu geführt, dass vieles zerredet wurde, die Verhandlungen zerfaserten und sich in die Länge zogen. Nun besprachen die Parteivorsitzenden den Angaben zufolge, welche Schwerpunkte von den Arbeitsgruppen behandelt werden sollen. Dies soll zielgerichtetere Verhandlungen ermöglichen.

Balkon-Fotos der diskreten Art: Sondierungsteilnehmer in einem mit Folie abgeklebten Gang des Willy-Brandt-Hauses

Alle Neuigkeiten rund um die GroKo-Sondierungen in Berlin gibt es stets aktuell in unserem News-Ticker

Am Ende der bis in die Nacht auf Freitag angesetzten Verhandlungen soll jede Arbeitsgruppe die Einigungen in einem ein bis zwei Seiten starken Papier festhalten. Daraus soll dann ein knappes Konsenspapier möglicher Ziele einer weiteren großen Koalition entstehen. In Verhandlungskreisen war von einem Umfang zwischen fünf und acht Seiten die Rede, mit dem die SPD-Spitze dann auf ihrem Parteitag am 21. Januar möglicherweise um Zustimmung zur Aufnahme von offiziellen Koalitionsgesprächen werben will. Den Jamaika-Unterhändlern lag am Ende ein mehr als 60 Seiten dickes Papier vor.

Thema Finanzen: CDU schickt gleich zwei Sondierer

Bekannt ist übrigens auch schon die Zusammensetzung der Sondierungs-Arbeitsgruppen. Je ein profilierter Politiker jeder Sondierungs-Partei - CDU, CSU und SPD - ist in jeder Gruppe dabei. Ausnahme ist die Gruppe „Finanzen/Steuern“. Hier sind mit dem geschäftsführenden Finanzminister Peter Altmaier und Finanzstaatssekretär Jens Spahn zwei CDU-Politiker vertreten.

Lesen Sie auch: Fahrplan, Maulkorb, Umfragen - das müssen Sie zu den Blitz-Sondierungen von Union und SPD wissen

Die Sondierungsgrupen von CDU, CSU und SPD im Überblick

Finanzen/Steuern: 

CDU: Kanzleramtschef und geschäftsführender Finanzminister Peter Altmaier, Finanzstaatssekretär Jens Spahn. 

CSU: Bayerns Finanzminister Markus Söder. 

SPD: Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz.

Wirtschaft/Verkehr/Infrastruktur/Digitalisierung I/Bürokratie: 

CDU: Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl. 

CSU: Landesgruppenchef Alexander Dobrindt. 

SPD: Partei-Vize Thorsten Schäfer-Gümbel.

Energie/Klimaschutz/Umwelt: 

CDU: NRW-Ministerpräsident Armin Laschet. 

CSU: Landtagsfraktionschef Thomas Kreuzer. 

SPD: niedersächsischer Ministerpräsident Stephan Weil.

Landwirtschaft/Verbraucherschutz: 

CDU: Partei-Vize Julia Klöckner. 

CSU: geschäftsführender Bundesagrarminister Christian Schmidt. 

SPD: saarländische Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger.

Bildung/Forschung: 

CDU: Kanzleramts-Staatsminister Helge Braun. 

CSU: parlamentarischer Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe, Stefan Müller. 

SPD: Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig.

Arbeitsmarkt/Arbeitsrecht/Digitialisierung II: 

CDU: Helge Braun. 

CSU: Stefan Müller. 

SPD: Fraktionschefin Andrea Nahles.

Familie/Frauen/Kinder/Jugend: 

CDU: saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer. 

CSU: Partei-Vize Angelika Niebler. 

SPD: Manuela Schwesig.

Soziales/Rente/Gesundheit/Pflege:

CDU: Annegret Kramp-Karrenbauer. 

CSU: Landtagspräsidentin Barbara Stamm. 

SPD: rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Migration/Integration: 

CDU: hessischer Ministerpräsident Volker Bouffier. 

CSU: bayerischer Innenminister Joachim Herrmann. 

SPD: Partei-Vize Ralf Stegner.

Innen/Recht: 

CDU: Thomas Strobl. 

CSU: Joachim Herrmann. 

SPD: Ralf Stegner.

Kommunen/Wohnungsbau/Mieten/Ländlicher Raum 

CDU: Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff. 

CSU: Partei-Vize Kurt Gribl. 

SPD: Partei-Vize Natascha Kohnen.

Europa: 

CDU: Parteichefin Angela Merkel. 

CSU: Parteichef Horst Seehofer. 

SPD: Parteichef Martin Schulz.

Außen/Entwicklung/Bundeswehr: 

CDU: Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen. 

CSU: Entwicklungsminister Gerd Müller. 

SPD: Generalsekretär Lars Klingbeil.

Bürgerbeteiligung/Stärkung der Demokratie: 

CDU: parlamentarischer Geschäftsführer Unionsfraktion, Michael Grosse-Brömer. 

CSU: Generalsekretär Andreas Scheuer. 

SPD: Lars Klingbeil.

Arbeitsweise der Regierung: 

Partei- und Fraktionschefs

dpa/fn

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