Türkei hatte Verbindung zum Mord geprüft

Gülen verurteilt Anschlag auf russischen Botschafter scharf

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Fethullah Gülen auf einem Archivfoto aus dem Juli 2016

Washington - Die Türkei hat Fethullah Gülen als einen der Drahtziehers des Attentats auf den russischen Botschafter im Verdacht. Nun hat der Prediger die Tat öffentlich verurteilt.

Der in der Türkei als Terrorist angesehene Prediger Fethullah Gülen hat die Ermordung des russischen Botschafters in der Türkei, Andrej Karlow, scharf verurteilt. „Ich entsende der Familie Karlow und dem russischen Volk mein zutiefst empfundenes Beileid für diesen tragischen Verlust“, erklärte Gülen.

„Ich bitte Gott den Erbarmer, die Wurzeln des Terrorismus auszutrocknen und die Welt in eine Zeit von Frieden und Ruhe zu führen“, heißt es in der Mitteilung des muslimischen Geistlichen weiter. Die türkische Regierung hatte zuvor Verbindungen des Attentäters zur Gülen-Bewegung untersucht. Gülen lebt in den USA im selbstgewählten Asyl. Die Türkei verlangt seine Auslieferung.

Die türkische Regierung hält den im Exil in den USA lebenden Gülen für den Drahtzieher des Attentats, was der einstige Weggefährte von Präsident Recep Tayyip Erdogan entschieden bestreitet. Ankara geht seit dem Umsturzversuch mit aller Härte gegen Gülen-Anhänger und andere vermeintliche Regierungsgegner vor. Am Mittwoch warnten Türkei und Russland aber auch vor voreiligen Schlüssen über den Hintergrund des Attentats.

dpa/AFP/fn

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