Auftritt in Schweinfurt

Guttenbergs letzter Termin vor der Wahl: „Das ist nicht selbstverständlich“

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Karl-Theodor zu Guttenberg ist im Wahlkampf ein gefragter Mann.

Wo Karl-Theodor zu Guttenberg auftaucht, wird er gefeiert. Zumindest in Bayern. Nun geht seine Tour als CSU-Wahlkampfhelfer in Schweinfurt zu Ende. 

Schweinfurt - Das Interesse am ehemaligen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg ist sechs Jahre nach seiner Plagiatsaffäre und dem damit verbundenen Rücktritt hoch. Am Mittwoch (19.00 Uhr) hat Guttenberg in Schweinfurt seinen letzten offiziellen CSU-Wahlkampftermin vor der Bundestagswahl.

Guttenberg kommt auf Einladung der CSU-Bundestagsabgeordneten Anja Weisgerber. „Wir kennen uns schon sehr lange und hatten in meiner Zeit als EU-Parlamentsabgeordnete viele gemeinsame Termine in Oberfranken“, schilderte Weisgerber. Deshalb habe sie ihn einfach direkt und mit „einer gewissen Hartnäckigkeit“ angefragt. Zudem spielte die geografische Ausgewogenheit der wichtigen CSU-Wahlkampftermine bei der Auswahl Schweinfurts eine Rolle.

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Guttenberg sagte schließlich zu - und kommt nun Weisgerber zufolge sogar eigens für den Schweinfurter Termin aus New York angeflogen. „Das ist echt eine Riesen-Wertschätzung. Das ist wirklich nicht selbstverständlich“, betonte die 41-Jährige.

„Er zieht auf jeden Fall. Das ist schon gigantisch“

Dass die Begeisterung für „KT“ an der Basis nach wie vor groß ist, zeigte sich bereits im Vorfeld der Veranstaltung. „Wir waren innerhalb von zwei Wochen komplett ausgebucht“, berichtete der unterfränkische CSU-Bezirksgeschäftsführer Georg Brückner. „Was uns überrascht hat: Es sind auch viele Anmeldungen von Nicht-CSUlern und sogar aus Hessen dabei. Er zieht auf jeden Fall. Das ist schon gigantisch.“

Etwa tausend Menschen können die Guttenbergs Rede in Schweinfurt live mitverfolgen. „Aber ich gehe davon aus, dass auch viele unangemeldet vorbeischauen werden“, so Brückner weiter. Guttenberg sei eben ein Mann, der Mengen anziehen und begeistern könne. „Solche Typen sind in der Politik schon wichtig.“ Aber ist auch ein echtes Comeback trotz der Plagiatsvorwürfe möglich? „Das muss wohl die Gesellschaft entscheiden, ob sie ihm das verzeiht“, sagte der 56-Jährige. Als Führungskraft, als Generalsekretär, sei Guttenberg auf jeden Fall intern sehr hoch angesehen gewesen.

Einer repräsentativen Umfrage von Ende August zufolge wünschen sich mehr als die Hälfte der Unions-, FDP- und AfD-Anhänger eine Rückkehr Guttenbergs auf die politische Bühne. Der 45-Jährige hat sich diesbezüglich bislang zurückgehalten und von sich selbst nur als interessiertem Bürger gesprochen. Am Wahltag wollte er längst wieder in seiner Wahlheimat, den USA, sein.

dpa

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