Nachfolge von Özdemir

Habeck kandidiert für den Vorsitz bei den Grünen

+
Nachfolger und Vorgänger auf einem Bild? Robert Habeck und Cem Özdemir.

Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck hat bestätigt, neuer Parteivorsitzender der Grünen werden zu wollen und damit die Nachfolge von Realo Cem Özdemir anzutreten.

Er werde sich auf der Bundesdelegiertenkonferenz im Januar um dieses Amt bewerben, sagte Robert Habek der Tageszeitung taz (Montagsausgabe). Die Entscheidung sei ihm "extrem schwer gefallen", aber jetzt sei für ihn der "Moment gekommen, um zu sagen: Ich möchte gerne Bundesvorsitzender meiner Partei werden". 

Habeck ist der Ansicht, dass sich in der Gesellschaft "Altbekanntes" auflöst, viele Menschen verunsichert seien und Halt suchten. "Ich sehe die große Chance, dass die Grünen eine bindende Kraft in der linken Mitte entfalten können." Als Minister in Schleswig-Holstein setze er im sechsten Jahr grüne Ideen um. 

Lösungen zu finden, die gesellschaftlich akzeptiert würden, erde ungemein und zwinge zu Demut und Respekt. "All das würde ich gern im Bundesvorstand einbringen: meinen Kampfesgeist und meinen Idealismus - und das mit beiden Füßen auf der Erde", sagte der 48-Jährige der "taz". 

Habeck kündigte an, sein Ministeramt in Schleswig-Holstein nach einer Übergangsfrist aufzugeben. Er müsse seine Nachfolge und die begonnenen Dinge verantwortungsvoll regeln. 

Habeck wird seit Monaten als Özdemir-Nachfolger gehandelt

Auch müsse die Aufstellung der Landesgrünen in dem Jamaika-Bündnis in Kiel bedacht werden. So eine Übergangsphase müsse "pi mal Daumen ein Jahr" lang sein, sagte Habeck. Minister zu sein und Politik im Konkreten zu gestalten sei das Beste, was er bisher gemacht habe. "Wenn ich als Parteichef gewählt werde, ist dieser Abschied ein schmerzvoller." Habeck ist Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung in Schleswig-Holstein. Er wird seit Monaten als möglicher Parteivorsitzender der Grünen gehandelt. 

Noch-Parteichef Cem Özdemir hatte angekündigt, für dieses Amt nicht mehr zu kandidieren und Ende November auch Habeck als möglichen Kandidaten für die neue Grünen-Spitze bezeichnet. Die Grünen wählen in sieben Wochen ihre Doppelspitze neu. Özdemirs Amtskollegin Simone Peter vom linken Flügel will nochmals antreten. Normalerweise teilen sich eine Frau und ein Mann den Vorsitz, die beide Flügel repräsentieren.

AFP

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Schlussspurt beim Weltklimagipfel in Polen

Augenringe und Marathon-Verhandlungen gehören in der Klimadiplomatie dazu. Der UN-Gipfel in Kattowitz ist da keine Ausnahme. Am Stand der Verhandlungen gibt es viel …
Schlussspurt beim Weltklimagipfel in Polen

Länder stoppen Grundgesetzänderung für Digitalpakt Schule

Der Bund wird nicht wie geplant ab Anfang 2019 Milliardensummen für mehr Computer in den Schulen an die Länder zahlen. Der Bundesrat macht geschlossen Front gegen die …
Länder stoppen Grundgesetzänderung für Digitalpakt Schule

Ermittler fahnden nach möglichen Komplizen von Attentäter

Der mutmaßliche Straßburger Attentäter ist tot und in der Elsass-Metropole nahe der deutschen Grenze versucht man, zur Normalität zurückzukehren. Offene Fragen gibt es …
Ermittler fahnden nach möglichen Komplizen von Attentäter

Ruppiger Brexit-Gipfel: Streit zwischen May und Juncker Fall für Lippenleser - Merkel bleibt hart

Brexit-Verhandlungen zwischen der EU und Großbritannien: Theresa May überstand das Misstrauensvotum, sorgte aber für Unmut auf dem EU-Gipfel - auch bei Merkel. Der …
Ruppiger Brexit-Gipfel: Streit zwischen May und Juncker Fall für Lippenleser - Merkel bleibt hart

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.