Parteien beraten sich 

„Hauptsache schwarzer Kaffee!“: Was Politiker-Tweets über die Jamaika-Gespräche verraten

Am Freitagabend war es so weit: Die Union, die Grünen und die FDP führten die ersten Jamaika-Verhandlungen in großer Runde. Twitter-Botschaften der Teilnehmer geben einen kleinen Einblick.

Zwölf Themen, schwierige Gespräche: So wurden die ersten Jamaika-Verhandlungen in großer Runde angekündigt. Doch bei allem Ernst hatten einige Teilnehmer am Freitagabend Zeit für Twitter-Botschaften über die kleinen Themen am Rande. Unter dem Schlagwort #Nervennahrung twitterte Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt ein Bild von einem Stück Schokoladenkuchen, einem Tee sowie ihrer Dokumentenmappe und fügte hinzu: "Inhaltlich & kulinarisch gut vorbereitet kann's auch gern mal etwas länger gehen..."

CDU-Generalsekretär Peter Tauber postete ein Foto, auf dem ein Teller mit Ananas-Melone-Trauben-Kiwi-Fruchtspießchen zu sehen war sowie eine Tasse Kaffee im Vordergrund. "Fruchtspieße in grün-gelb. Aber Hauptsache starker schwarzer Kaffee!", fügte Tauber in Anspielung auf die Farben der möglichen Jamaika-Partner hinzu.

FDP-Parlamentsgeschäftsführer Marco Buschmann twitterte ein Foto eines Handys, das an einen tragbaren Akku angeschlossen war mit dem Kommentar: "Mit der Länge der Sitzung steigt die Nachfrage nach Handy-Ladekabeln bei der #Sondierung."

Teilnehmer loben „konstruktive Atmosphäre“

Die ersten Jamaika-Sondierungsverhandlungen von Union, FDP und Grünen in großer Runde sind nach Angaben aus Teilnehmerkreisen in "offener, konstruktiver und konzentrierter Atmosphäre" verlaufen. "Guter Wille" sei spürbar, hieß es am Freitagabend. Bis zum frühen Abend hatten die Vertreter von CDU, CSU, FDP und Grünen die Hälfte der zwölf vereinbarten Themenblöcke besprochen, danach wurden die Beratungen kurzzeitig für eine Essenspause unterbrochen.

Die Runde mit rund 50 Teilnehmern war gegen 16.30 Uhr zusammengekommen. Zu Beginn sagten CDU-Chefin Angela Merkel, der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer, FDP-Parteichef Christian Lindner sowie der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir einführende Worte. Danach begannen die Verhandlungsteams damit, unter der Leitung Merkels die zwölf vereinbarten Themenblöcke zu diskutieren.

Die Runde ist die erste, an denen Vertreter aller Parteien teilnehmen. In den vergangenen Tagen hatten CDU, CSU, FDP und Grünen bereits in kleineren Runden die Chancen auf die Bildung eines Jamaika-Bündnisses ausgelotet. Mit konkreten Ergebnissen war am Freitagabend nicht zu rechnen.

Özdemir warnt vor Insektensterben

Grünen-Chef Cem Özdemir hat in der ersten großen Jamaika-Sondierungsrunde den Klima- und Umweltschutz nach vorn gestellt. Nach dpa-Informationen mahnte er in seinem Eingangsstatement vor den mehr als 50 Politikern von CDU, CSU, FDP und Grünen Tempo beim Klimaschutz an und wies auf das Problem des Insektensterbens hin. Auch die am Freitag veröffentlichte Studie, nach der Umweltverschmutzung im Jahr 2015 weltweit etwa neun Millionen vorzeitige Todesfälle verursacht hat, erwähnte Özdemir. Zudem betonte der Grünen-Chef mehr Gerechtigkeit sei „wichtig für den Zusammenhalt in unserem Land“ und sprach sich für ein starkes Europa aus.

afp/dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Israel verabschiedet umstrittenes "Nationalitätsgesetz"

Tel Aviv (dpa) - Nach stundenlangen stürmischen Debatten hat Israels Parlament ein umstrittenes Gesetz verabschiedet, das den jüdischen Charakter des Landes stärken soll.
Israel verabschiedet umstrittenes "Nationalitätsgesetz"

Zuckerberg will Posts von Holocaust-Leugnern nicht entfernen

New York (dpa) - Facebook-Chef Mark Zuckerberg will Beiträge von Holocaust-Leugnern nicht von seiner Plattform verbannen.
Zuckerberg will Posts von Holocaust-Leugnern nicht entfernen

Städtetag: Neubau von 400.000 Wohnungen pro Jahr nötig

Berlin (dpa) - Angesichts der Wohnungsnot in vielen Ballungsräumen hält der Deutsche Städtetag den Neubau von 400.000 Wohnungen im Jahr für erforderlich. Davon müssten …
Städtetag: Neubau von 400.000 Wohnungen pro Jahr nötig

Ermittler wollen Nowitschok-Täter identifiziert haben

Wer steckt hinter dem Giftanschlag auf den russischen Ex-Spion Sergej Skripal und seine Tochter Julia im britischen Salisbury? Die Polizei hat nun offenbar die …
Ermittler wollen Nowitschok-Täter identifiziert haben

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.