Staatsanwaltschaft ermittelt

Lehrer beleidigt Schüler mit KZ-Vergleich - doch er darf weiter unterrichten

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Unentschuldbare Entgleisung: Ein Lehrer an einer Schule in Hilden soll einen Schüler mit einem KZ-Vergleich beleidigt haben.

Ein Lehrer hat sich zu einer schlimmen Entgleisung gegen einen Schüler mit Migrationshintergrund hinreißen lassen, indem er einen KZ-Vergleich zog. Der Träger der Schule lässt ihn weiterarbeiten.

  • Ein Lehrer an einer Schule in Nordrhein-Westfalen soll einen Schüler mit einem KZ-Vergleich beleidigt haben.
  • Die Mutter des Jungen mit Migrationshintergrund erstattet Anzeige gegen den Mann.
  • Der Pädagoge geht dennoch weiter seinem Job nach.

Hilden - An einer Schule in Nordrhein-Westfalen wird wegen Beleidigung eines Schülers mit Migrationshintergrund gegen einen Lehrer ermittelt. Der Pädagoge soll an einer Schule in Hilden in der Nähe von Düsseldorf zu dem Schüler gesagt haben: „Du hast hier schon mal überhaupt nicht zu grinsen. So etwas wie dich hätte man früher vergast.“ Eine Anspielung auf die Auslöschung von Juden in Konzentrationslagern während der Zeit der Nazi-Herrschaft in Deutschland.

Warum sich der Mann zu dieser heftigen Entgleisung hinreißen ließ, ist nicht bekannt. Die Ermittlungen dauerten noch an, sagte eine Sprecherin der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft am Montag.

Lehrer beleidigt Schüler mit Nazi-Verweis: Mutter erstattet Strafanzeige

Der in Köln ansässige TV-Sender „RTL“ hatte zuerst über den Fall berichtet: Im Juni 2019 soll sich der Mathelehrer entsprechend geäußert haben. Die deutsche Mutter des Schülers mit libanesischem Vater habe Strafanzeige erstattet.

Mehrere Mitschüler hätten als Zeugen bestätigt, dass die Aussage so gefallen sei. „Für mich war klar, dass das seine Haltung zu nicht-deutschen Kindern ist“, erklärte die Mutter des Schülers dem „RTL“-Magazin „Punkt 12“. Ihr Sohn habe inzwischen die Schule gewechselt, der Lehrer unterrichte dort jedoch weiter.

Lehrer beleidigt Schüler mit Nazi-Verweis: Träger der Schule wartet Ermittlungen ab

Ein Sprecher der Evangelischen Kirche im Rheinland - Träger der Schule - sagte, es sei ein innerkirchliches Verfahren gegen den Lehrer eingeleitet und dann ausgesetzt worden. Wie üblich werde man zunächst den Ausgang der strafrechtlichen Ermittlungen abwarten.

Suspendiert worden sei der Pädagoge nicht. Die Gründe dafür seien vertraulich.

Während des Besuchs des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald soll ein 14-Jähriger antisemitische Lieder gespielt haben. Wie merkur.de* berichtet, sich sich ein Mädchen an einer Münchner Schule eines krassen Falles von Mobbing ausgesetzt - weil es als Junge geboren wurde. Auf dem Portal findet sich auch Artikel über Ermittlungen wegen Volksverhetzung gegen eine Gruppe von Schülern wegen Nazi-Sprüchen im Klassenchat.

Ein selbsternannter „Volkslehrer“ macht ein Video vor dem KZ Dachau und leugnet vor Schülern den Holocaust. Bei einem tragischen Unglück während einer Klassenfahrt kam ein Zehnjähriger ums Leben.

*merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

dpa

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