Sicherheitslage vor Libyen

Hilfsorganisationen schränken Rettungseinsätze ein

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Kapitän und Offizier des Rettungsschiffs "Aquarius" blicken auf das Mittelmeer. An Deck des Schiffs sind bereits Migranten zu sehen, die zuvor an Bord von Einsatzkräften der Hilfsorganisationen Ärzte ohne Grenzen und SOS Mediterranee gerettet wurden. Foto: Lena Klimkeit/Archiv

Am Samstag hatten bereits Ärzte ohne Grenzen angekündigt keine Such- und Rettungseinsätze mehr im Mittelmeer zu fahren, am Sonntag folgte auch Sea Eye. Grund ist die Entscheidung der Libyens eine eigene Rettungszone einzurichten.

Rom - Nach Ärzte ohne Grenzen will auch die Organisation Sea Eye vorerst keine Einsätze zur Rettung von in Seenot geratenen Flüchtlingen im westlichen Mittelmeer mehr fahren.

Grund dafür sei eine veränderte Sicherheitslage, nachdem die libysche Regierung eine unbestimmte und einseitige Ausdehnung ihrer Hoheitsgewässer angekündigt hatte - verbunden mit einer expliziten Drohung an private Nichtregierungsorganisation, teilte die Gruppe aus Regensburg am Sonntag mit.

"Eine Fortsetzung unserer Rettungsarbeiten ist unter diesen Umständen aktuell nicht möglich. Wir können dies auch gegenüber unseren Crews nicht mehr verantworten", sagte Sea-Eye-Gründer Michael Buschheuer.

Ärzte ohne Grenzen hatte am Samstag mitgeteilt, den Mittelmeer-Einsatz zu unterbrechen. Zur Begründung hieß es, die zentrale Seenotrettungsleitstelle in Rom (MRCC) habe die Hilfsorganisation vor Sicherheitsrisiken in Verbindung mit Drohungen der libyschen Küstenwache gewarnt, die sich gegen die Schiffe humanitärer Organisationen in internationalen Gewässern vor der Küste des Bürgerkriegslands richteten.

MSF-Mitteilung

Sea Eye

Sea-Eye-Mitteilung

dpa

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