Razzien in vier Bundesländern

Anführer äußert Sympathien für Halle-Anschlag: Seehofer verbietet rechtsextremistische Vereinigung

Razzien in vier Bundesländern: Innenminister Seehofer verbietet rechtsextremistische Vereinigung
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Razzien in vier Bundesländern: Innenminister Seehofer verbietet rechtsextremistische Vereinigung

Bundesinneminister Horst Seehofer hat die rechtsextremistische Vereinigung „Nordadler“ verboten. Seit den Morgenstunden laufen Razzien.

  • Innenminister Hort Seehofer hat eine rechtsextremistische Vereinigung verboten.
  • Es handelt sich um die Gruppe „Nordadler“.
  • Aktuell laufen Razzien in vier Bundesländern.

Update vom 21. Juli, 11.15 Uhr: In Magdeburg beginnt der Prozess gegen den Halle-Attentäter Stephan B. Die Sicherheitsvorkehrungen sind nicht nur wegen der Corona-Pandemie enorm. 

Update von 8.46 Uhr: Das Bundesamt für Verfassungsschutz hatte „Nordadler“ in einer Analyse vom September 2019 als „mutmaßlich rechtsterroristische, bislang überwiegend virtuell kommunizierende Gruppe“ eingestuft. Im April und November 2018 seien in mehreren Bundesländern die Wohnungen von Verdächtigen durchsucht worden, schrieb der Verfassungsschutz damals. Der Generalbundesanwalt habe ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Bildung einer kriminellen Vereinigung eingeleitet.

„Im Internet sollen sich die Gruppenmitglieder über die Beschaffung von militärischen Ausrüstungsgegenständen und Waffen sowie über die Herstellung von Sprengkörpern ausgetauscht haben“, schrieb das Bundesamt im vergangenen Jahr. „Daneben werden die Beschuldigten verdächtigt, Personenlisten über politisch Verantwortliche sowie politische Gegner angelegt zu haben, um diese im Falle eines Staatszusammenbruchs zur Rechenschaft zu ziehen.“

Update von 7.06 Uhr: Horst Seehofer hat die rechtsextremistische Vereinigung „Nordadler“ verboten. Die Gruppierung verfolgt nach Einschätzung des Bundesinnenministeriums eine nationalistische Ideologie. Sie firmiert auch unter den Bezeichnungen „Völkische Revolution“, „Völkische Jugend“, „Völkische Gemeinschaft“ und „Völkische Renaissance“.

Seehofer verbietet “Nordadler“: Rechtsextremisten bekennen sich zu Adolf Hitler

Die Rechtsextremisten bekennen sich zu Adolf Hitler und anderen wichtigen Vertretern des Nazi-Regimes und nutzen auch entsprechende Symbole und Sprache. „Nordadler“ plane auch ein nationalsozialistisches Siedlungsprojekt mit Gleichgesinnten im ländlichen Raum. Die Gruppe wird als ausgeprägt antisemitisch beschrieben. Der Anführer habe demnach auch in einer öffentlichen Telegram-Gruppe Sympathien für den Anschlag auf die Synagoge in Halle geäußert, so das Ministerium.

Das Verbot von „Nordadler“ ist laut Ministerium das 20. Verbot einer rechtsextremistischen Vereinigung durch einen Bundesinnenminister und das dritte in diesem Jahr. Im Januar wurde der Verein „Combat 18“ verboten und im März die Reichsbürger-Vereinigung „Geeinte deutsche Völker und Stämme“.

Razzien in vier Bundesländern: Innenminister Seehofer verbietet rechtsextremistische Vereinigung

Erstmeldung vom 23. Juni, 7.02 Uhr

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat die rechtsextremistische Vereinigung „Nordadler“ verboten. „Seit den Morgenstunden laufen in vier Bundesländern polizeiliche Maßnahmen“, teilte der Sprecher des Ministeriums, Steve Alter, am Dienstagmorgen auf Twitter mit. Seehofer legte indes den Verfassungsschutzbericht 2019 vor.

dpa

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