Hymnenstreit

Nach "Hurensohn"-Beschimpfung: US-Sportler wehren sich gegen Trump

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Die Dallas Cowboys knien auf dem Rasen nieder, bevor die US-Nationalhymne gespielt wird. Foto: Matt York

Im Hymnenstreit im US-Sport sind die Fronten klar abgesteckt: Hier Präsident Trump und viele Konservative, dort Sportstars und Liberale. Nach den Beschimpfungen durch den Präsidenten holen die Sportler zum Gegenschlag aus.

Washington - Kein Einlenken im Hymnenstreit: Ungeachtet heftiger und prominenter Gegenmeinungen hält US-Präsident Donald Trump an seiner scharfen Kritik fest, mit der er während des Abspielens der Nationalhymne aus Protest knieende Footballspieler brandmarkt.

Am Dienstag (Ortszeit) pflichtete ihm Chefankläger und Justizminister Jeff Sessions bei. Er stimmte in die Kritik an Spielern der National Football League NFL ein.

Trump sagte, so viele Menschen seien im Kampf für die USA gestorben. Dies nicht zu respektieren, indem man bei der Hymne niederkniee statt zu stehen, sei eine Schande. "Man darf unser Land nicht verächtlich behandeln", sagte Trump. "Ich war beschämt von dem, was passiert ist." Er sei in dieser Frage alles andere als voreingenommen. "Es ist sehr wichtig, dass die NFL das Knien nicht mehr erlaubt."

Zahlreiche Spieler hatten mit Protest reagiert. Die Pittsburgh Steelers, die Seattle Seahawks und die Tennessee Titans blieben am Wochenende während der Hymne in der Kabine. Andere Spieler knieten oder hakten sich unter. 

Tump beschimpft Footballspieler als "Hurenshohn"

"Runter vom Feld mit dem Hurensohn! Raus! Er ist gefeuert", so hatte Trump am Freitagabend reagiert, als sich Colin Kaepernick während der Hymne hinknieten und sich viele Footballspieler anschlossen. Die Aktionen hatten 2016 als Symbol gegen Polizeigewalt, Rassismus und soziale Ungerechtigkeit begonnen.

Sessions sagte in Washington, die Spieler würden mit ihren Aktionen während der Hymne einen großen Fehler machen. Sie hätten zwar das Recht auf freie Meinungsäußerung, sagte Sessions. Aber: "Auch wenn die Spieler nicht Gegenstand einer Anklage sind - wenn sie provozieren, müssen sie damit rechnen, verurteilt zu werden; der Präsident hat dazu das Recht, und auch ich verurteile ihre Aktionen."

Nur einen Tag, nachdem den "Hurensohn"-Beschimpfungen, wettert Trump gegen den nächsten US-Sportstar. Dieses Mal gegen den Basketballer Stephen Curry, der mit den Golden State Warriors die NBA gewann. Wie gewöhnlich wurden die Mannschaft als Meister in das Weiße Haus eingeladen. Doch Curry zögerte. "Wenn wir nicht gehen, löst das hoffentlich etwas Wandel aus." Trump zog daraufhin die Einladung zurück. LeBron James, einer der bekanntesten Basketballer, unterstützte Curry und nannte Trump einen "Penner", wie die Zeit berichtet.

Sessions sagte, auch der Präsident habe das Recht auf freie Meinungsäußerung. Die Spieler schwächten mit ihren Aktionen das Bekenntnis zur Nation.

Gemischte Meinungen zu der Aktion 

Jüngste Umfragen, wie der Hymnenprotest in den USA aufgenommen wird, ergeben kein klares Bild. Es gibt sowohl Erhebungen, in denen die Befragten die Aktionen mit großer Mehrheit ablehnen, weil sich so etwas im Angesicht der Flagge nicht gehöre. Andere Umfragen ergeben überwiegende Zustimmung für die Spieler, wieder andere ein geteiltes Echo. Oft sagten Befragte, der Protest müsse ein klareres Ziel haben, damit sie ihn besser einordnen könnten.

Dennoch ist es nicht klug von Trump sich mit den Sportstars anzulegen, denn sie sind populär und haben viele Fans. Außerdem ist der Sport in Amerika ein Bereich, in dem Afro-Amerikaner akzeptiert werden. 

Mittlerweile haben fast alle Teams auf die Aussagen von Trump reagiert. "Unser Land braucht jetzt einigende Führungskraft, nicht noch weitere Spaltung", schrieb etwa Stephen Ross, Besitzer der Miami Dolphins und stellt sich damit gegen den US-Präsidenten. Auch andere Besitzer zeigten Solidarität mit ihren Spielern und nahmen an der Aktion teil, so etwa Dan Snyder, Besitzer der Washington Redskins, er hakte sich zwischen zwei Spielern ein. 

Ehemalige Unterstützer wenden sich gegen Trump

Das kann überraschen, denn einige der Besitzer haben Trumps Wahlkampf unterstützt. Viele haben gespendet oder sind mit dem Präsidenten befreundet. 

Auch in anderen Bereichen ist die Debatte angekommen. Der Baseball spieler Bruce Maxwell ist als erster während der Hymne aufs Knie gegangen. Auch Musiker, wie Pharell Williams, unterstützten den Protest. 

Die Aktionen schlägt Wellen und Trump hat viele populäre Sportstars gegen sich aufgebracht. Dieser könnte sich übernommen haben und nun den Kürzeren ziehen. Ein einfach Ende wäre, Colin Kaepernick wieder einen Vertrag zugeben.

dpa

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