Ideen für älter werdende Gesellschaft

Berlin/Werra-Meißner. Gute Ideen für unsere älter werdende Gesellschaft suchen die hessischen Sozialdemokraten. Zu einem hochkarätig besetzten Dis

Berlin/Werra-Meißner. Gute Ideen für unsere älter werdende Gesellschaft suchen die hessischen Sozialdemokraten. Zu einem hochkarätig besetzten Diskussionsabend mit Experten aus Wohlfahrtsverbänden und Politik lud Michael Roth, Chef der SPD-Bundestagsabgeordneten aus Hessen, nach Berlin ein.

"Wir müssen das Miteinander der Generationen stärken, denn das ist für unsere immer vielfältiger, bunter und älter werdende Gesellschaft entscheidend", so Franz Müntefering, der gemeinsam mit Sabine Bätzing-Lichtenthäler die Arbeitsgruppe "Demografischer Wandel" der SPD-Bundestagsfraktion leitet. "Wir dürfen nicht einfach abwarten, was passiert, sondern müssen uns jetzt auf den demographischen Wandel einstellen. Was muss getan werden, um eine aktive Teilnahme Älterer am sozialen Leben zu gewährleisten? Wie können wir bürgerschaftliches Engagement unserer Alten unterstützen? Und wie können wir Betreuung und Pflege menschenwürdig und bezahlbar machen?", erläutert Michael Roth die anstehenden Fragen.

Mit Landrat Stefan Reuß hatte die SPD-Landesgruppe einen Experten aus dem Werra-Meißner-Kreis eingeladen, der als Modellregion des Bundesprojekts "Region schafft Zukunft" bundesweit Vorreiter von Ideen für den demographischen Wandel ist. In seinem Beitrag stellte Reuß die Idee für ein Mitfahrer-Portal vor. So könne ein Bäcker, der täglich Filialen an verschiedenen Standorten anfährt, doch durchaus jemanden mitnehmen, der am Zielort einen Arzttermin habe, erläuterte Reuß die Grundidee des Portals.

"Ein besonderer Schwerpunkt unserer Bemühungen muss vor allem die Familienfreundlichkeit sein", so Reuß. Nur so könne man in Zukunft Menschen für die Region gewinnen. Derzeit bereite ihm die drastisch gesunkene Zahl der Schülerinnen und Schüler Sorgen, die sich zunehmend auf die Schulstruktur auswirke. Dieser Entwicklung begegne man im Landkreis mit jahrgangsübergreifendem Lernen, festhalten wolle man am Prinzip "Kurze Beine, kurze Wege", um Schulschließungen möglichst zu verhindern.

Auch die Vertreter zweier hessischer Wohlfahrtsverbände, Dr. Wolfgang Gern vom Diakonischen Werk sowie Dr. Jürgen Richter von der Liga der Freien Wohlfahrtspflege, hoben die Chancen des demographischen Wandels hervor: "Dass wir heute älter werden, ist ein Geschenk und keine Bedrohung. Die Älteren von heute sind aktiver, selbstbewusster und kreativer denn je. Sie wollen nicht betreut werden, sondern sich engagieren und einsetzen", sagte Gern. Sorgen bereite ihm hingegen die wachsende Gefahr von Altersarmut. "Hier müssen wir ansetzen und massiv gegensteuern", ist Gern überzeugt.

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