Wahlkommission macht Tragödie publik

Überanstrengt im Dienste der Demokratie? 270 indonesische Wahlhelfer wohl an Erschöpfung gestorben

Wahlhelfer in Indonesien waren extremen Belastungen ausgesetzt.
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Wahlhelfer in Indonesien waren extremen Belastungen ausgesetzt.

Nachtarbeit, Hitze und Übermüdung – mehr als 270 Wahlhelfer in Indonesien sollen an den Folgen ihrer anstrengenden Aufgabe gestorben sein.

Jakarta - Mehr als sieben Millionen Menschen haben bei der Auszählung der Wahl in Indonesien am 17. April geholfen. Der Sprecher der indonesischen Wahlkommission, Arief Priyo Susanto, teilte einem BBC-Bericht zufolge nun mit, dass seither 1878 der Mitarbeiter erkrankt seien – und mehr als 270 von ihnen an den Folgen sogar gestorben. 

Der Grund: physische Erschöpfung. Nachtarbeit, Hitze, Übermüdung hätten die Wahlhelfer komplett ausgelaugt. Etwa 80 Prozent der rund 193 Millionen Wahlberechtigten in Indonesien haben demnach in mehr als 800.000 Wahllokalen ihre Stimme abgegeben. Die Auszählung soll bis 22. Mai beendet sein. Die Wahlhelfer erhalten - anders als Beamte - vor ihrer Tätigkeit keinen medizinischen Check-up, so die BBC

Wahlhelfer-Tragödie in Indonesien: Regierung in der Kritik

Parallel zur Präsidentschaftswahl wurden in Indonesien auch Parlamentsabgeordnete und kommunale Amtsträger gewählt. Kritiker werfen der Regierung nun vor, das die Zusammenlegung der Wahlen unvernünftig war – und die Anforderungen an die Wahlhelfer viel zu hoch.Indonesien wird mit großer Wahrscheinlichkeit auch in den nächsten fünf Jahren vom bisherigen Präsidenten Joko Widodo regiert. Das Land wird immer wieder von Tsunami-Stürmen erschüttert. Im Dezember hatte ein Tsunami zum Ausbruch des Vulkans Anak Krakatau geführt, Hunderte Menschen starben.

Weiter berichtet der britische Sender, dass die Wahlkommission die Angehörigen der verstorbenen Wahlhelfer entschädigen wolle. 36 Millionen Indonesische Rupiah sind pro Fall vorgesehen, das sind umgerechnet etwa 2275 Euro.

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