Einer kommt aus Deutschland

Liste mit 173 potenziellen IS-Attentätern aufgetaucht

Interpol hat eine Liste mit 173 Personen versandt, die offenbar bereit sind, für den IS Selbstmord-Attentate zu begehen. Einer der Extremisten ist aus Deutschland.

Die internationale Polizeiorganisation Interpol hat einem Medienbericht zufolge eine Fahndungsliste mit den Namen von 173 potenziellen Selbstmordattentätern des Islamischer Staats verschickt. Unter den gesuchten Extremisten sei auch ein deutscher IS-Dschihadist aus Nordrhein-Westfalen, berichtete die Zeitung Die Welt am Donnerstag. 

27-Jähriger soll zu Anschlägen bereit sein

Die Welt durfte die Liste exklusiv einsehen und berichtet, dass der 27-Jährige zuletzt in Solingen lebte und dort führendes Mitglied einer Salafisten-Organisation war, die inzwischen verboten wurde. 2012 soll er über Ägypten und die Türkei nach Syrien gereist sein und sich dort der Terrormiliz Islamischer Staat angeschlossen haben. Frau und Kind sollen ihm dorthin gefolgt sein. In den Dokumenten, an die Interpol gelangte, werde er als potenzieller Selbstmord-Attentäter aufgeführt.

Neben dem Extremisten aus Deutschland hinaus würden 132 Iraker sowie Verdächtige aus Nordafrika, den arabischen Golfstaaten, Tadschikistan und Bangladesch gelistet. Vermerkt seien auch sechs Extremisten aus Europa - neben Deutschland stammten sie aus Belgien, Frankreich, den Niederlanden und Bosnien.

Liste wurde bei Anti-Terror-Einsatz entdeckt

Die Liste der potenziellen IS-Selbstmordattentäter soll bei Anti-Terror-Einsätzen im irakischen Mossul entdeckt worden sein. US-Geheimdienste sollen die Daten anschließend ausgewertet und an Interpol übermittelt haben. Interpol verschickte die Liste dem Zeitungsbericht zufolge bereits im Mai an die europäischen Polizeibehörden.

Die "Welt" berichtete unter Berufung auf deutsche Sicherheitskreise, es bestehe die Gefahr, dass der IS versuchen könnte, einen Teil der Islamisten heimlich nach Europa zu entsenden, um Anschläge zu begehen.

Auch der Mann, der kürzlich in Hamburg wahllos auf Passanten einstach und einen Menschen tötete, handelte wohl im Namen des IS. Für Entsetzen sorgt ein Fall in Berlin: Ein Islamist soll bald aus der Haft entlassen werden, obwohl er sofort bereit wäre, einen Anschlag zu verüben.

Das Bundesverfassungsgericht hat kürzlich entschieden, dass Gefährder, denen ein Terroranschlag in Deutschland zugetraut wird, abgeschoben werden können. 

afp

Rubriklistenbild: © AFP

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