Kritik von Trump

Iran testet inmitten politischer Spannungen neue Mittelstreckenrakete

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Bei einer Militärparade wurde die neue ballistische Rakete präsentiert.

Nach jüngsten Auseinandersetzungen über das Iran-Atomabkommen hat der Iran nun ein eindeutiges Zeichen in Richtung der USA gesetzt - und den erfolgreichen Start einer Rakete gemeldet. 

Teheran - Der Iran hat vor dem Hintergrund wachsender Spannungen mit den USA nach eigenen Angaben eine neue Mittelstreckenrakete getestet. Das Staatsfernsehen meldete am Samstag, der Test sei "erfolgreich" verlaufen. Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) warnte erneut vor einem möglichen Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen mit Teheran. US-Präsident Donald Trump hatte den Iran am Dienstag scharf angegriffen und mit einer Aufkündigung des Abkommens gedroht.

"So lange da manche die Sprache der Drohungen sprechen, werden die Verteidigungskapazitäten des Landes weiter gestärkt, und der Iran wird kein Land um Erlaubnis bitten, verschiedene Raketentypen zu produzieren", erklärte Verteidigungsminister Amir Hatami. Auch Präsident Hassan Ruhani hatte einen Stopp des Raketenprogramms ausgeschlossen.

Staatsfernsehen zeigt die Bilder vom Test

Das Staatsfernsehen zeigte undatierte Bilder, die den Start und den Flug der neuen Choramschahr-Rakete zeigen. Die Waffe wurde am Freitag erstmals bei einer Militärparade in Teheran präsentiert. Nach Angaben von Luftwaffengeneral Amir Ali Hadschisadeh von Freitag kann die Rakete mit mehreren Sprengköpfen bestückt werden. Zugleich betonte Teheran, dass die Waffen nicht mit atomaren Sprengkörpern ausgerüstet werden könnten und eine maximale Reichweite von 2000 Kilometern hätten.

Gabriel warnte erneut vor einer möglichen Aufkündigung des Atomvertrags mit dem Iran: "Ein Scheitern dieses Abkommens wäre eine Katastrophe", sagte er in einem am Samstag veröffentlichten Interview mit der "Huffington Post". Es sei das einzig funktionierende Abkommen dieser Art auf der Welt. "Kein Land würde sich jemals wieder auf einen solchen Prozess einlassen, wenn dieses Abkommen scheitert", sagte Gabriel.

Trump kritisiert Iran als destabilisierende Kraft

Trump hatte den Iran in seiner Rede vor der UN-Vollversammlung am Dienstag als destabilisierende Kraft in der Region angeprangert und mit der Aufkündigung des Atomabkommens von 2015 gedroht. Washington wirft Teheran vor, mit Raketentests gegen den Geist des Vertrags zu verstoßen, das den Iran verpflichtet, seine Urananreicherung drastisch herunterzufahren. Teheran vertritt dagegen den Standpunkt, dass das Abkommen diese Tests nicht verbietet.

Trump muss dem US-Kongress am 15. Oktober mitteilen, ob er an dem Atomabkommen festhalten will. Am Mittwoch hatte der US-Präsident erklärt, er habe bereits seine Entscheidung getroffen, sei aber noch nicht bereit, diese zu preiszugeben.

dpa/sl

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