Neue Sanktionen

Iran: USA entwickeln sich zum Verbündeten der IS-Terroristen

+
Polizisten vor dem Parlament in Teheran. Bewaffnete Männer hatten das Gebäude gestürmt. Fot: Erfan Kouchari/Tasnim Foto: Erfan Kouchari/Tasnim

Donald Trumps Anti-Iran-Rhetorik bei seiner Nahostreise war nicht sachdienlich: Im Dauer-Krisenherd treten traditionelle Feindschaften jetzt wieder deutlicher zutage. Iran wirft dem US-Präsidenten eine Komplizenschaft mit Saudi-Arabien vor.

Teheran (dpa) - Nach Einschätzung des Irans entwickeln sich die USA zu einem Verbündeten der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Nur so sei es zu erklären, dass genau am Tag der zwei IS-Anschläge in Teheran, neue Sanktionen des US-Senats gegen die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) erlassen wurden.

"Das war herzlos und dumm", sagte Parlamentspräsident Ali Laridschani. Die Amerikaner berücksichtigten dabei nicht, dass genau diese Revolutionsgarden in Irak und Syrien gegen IS-Terroristen kämpften und diese ausrotten wollten, so Laridschani.

Es sei bedauerlich zu sehen, dass der ehemalige Vorreiter der Demokratie in der Welt nun nur darauf bedacht sei, mit undemokratischen Ländern Geschäfte zu machen, erklärte der Parlamentspräsident. Für diesen neuen Kurs der USA sei der Waffendeal von US-Präsident Donald Trump mit einem autoritärem Land wie Saudi-Arabien ein klarer Beleg.  

Am Mittwoch hatten IS-Terroristen das Parlament und das Mausoleum des Revolutionsführers Ayatollah Ruhollah Chomeini in Teheran angegriffen. Bei dem Doppelanschlag wurden laut jüngsten Medienangaben mindestens 22 Menschen getötet - darunter auch die Attentäter - und über 50 verletzt. Nach Angaben des iranischen Sicherheitsrates waren die Attentäter Iraner. Eine verdächtige Frau und mehrere Hintermänner sollen zum Verhör festgenommen worden sein.

Der Iran werde sich jedoch weder vom IS noch von den USA und seinem Verbündeten in Riad einschüchtern lassen, sagte Laridschani laut Nachrichtenagentur ISNA bei einer Trauerzeremonie im Parlament für die Opfer der Terroranschläge. Auch Präsident Hassan Ruhani hatte nach den Anschlägen bekräftigt, dass der Kampf gegen den IS erst recht und noch konsequenter weitergeführt werde. Auch oder besonders im Krisengebiet Syrien, so Ruhani.

Nachrichtenagentur ISNA, Persisch

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Scheuer und Dobrindt fordern härtere Gangart im Umgang mit abgelehnten Asylbewerber

Die CSU geht aus dem jüngsten Streit um die Asylpolitik leicht gerupft hervor. Deshalb demonstriert sie jetzt Geschlossenheit. Doch die Meinungsverschiedenheiten …
Scheuer und Dobrindt fordern härtere Gangart im Umgang mit abgelehnten Asylbewerber

Politiker für Verteilung von Flüchtlingen in Europa

In der Migrationsdebatte sorgt Italien für neue Unruhe, nun steht der EU-Militäreinsatz vor Libyen infrage. Werden künftig überhaupt noch Menschen im Mittelmeer …
Politiker für Verteilung von Flüchtlingen in Europa

Deutsche Politiker fordern schnelle Lösung im Streit um EU-Mission im Mittelmeer

Deutsche Politiker fordern schnellstmöglich einen Verteilmechanismus für die im Mittelmeer geretteten Flüchtlinge. und äußerten Verständnis für Italien. 
Deutsche Politiker fordern schnelle Lösung im Streit um EU-Mission im Mittelmeer

Rücken an Rücken - Ilse Aigner und Markus Söder beschwören demonstrativ Einigkeit

CSU-Bezirksparteitag nach den jüngsten verheerenden Umfrageergebnissen. Ilse Aigner und Markus Söder wollen nicht mehr streiten. Einigkeit macht stark, lautet jetzt die …
Rücken an Rücken - Ilse Aigner und Markus Söder beschwören demonstrativ Einigkeit

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.