Ehemaliger Präsident auf Fox News

„Isis X“ - Donald Trump erfindet neue Terrororganisation in Afghanistan

Donald Trump im Gespräch mit Fox News Moderator Sean Hannity. (Archivbild)
+
Donald Trump im Gespräch mit Fox News Moderator Sean Hannity. (Archivbild)

Donald Trump prahlt gerne damit, dass er die Terrormiliz Islamischer Staat ausgelöscht habe. Nach einem IS-Anschlag in Afghanistan kommt er kurzzeitig in Erklärungsnöte.

Washington - „Es war alles perfekt!“ So beschreibt Donald Trump* gerne seine Arbeit im Allgemeinen und seine Verhandlungen mit den Taliban* im Speziellen. Noch zu Amtszeiten hatte der US-Präsident einen Deal mit der militanten islamistischen Gruppierung ausgehandelt, der den Abzug der US-Truppen aus Afghanistan* sicherstellen sollte.

Doch aus dem Abzug der US-Armee wurde ein Fiasko, das schließlich in einer Katastrophe endete. Bei einem Terroranschlag am Flughafen in Kabul starben 183 Menschen, darunter 13 US-Soldaten. US-Präsident Joe Biden* sprach von Vergeltung und ordnete einen Drohnenangriff auf einen vermeintlichen Hauptverantwortlichen des Anschlags an. Am 31. August als endgültigen Abzugstermin hält Biden trotz allem fest.

Donald Trump ruft wegen Terroranschlag in Afghanistan bei Fox News an

Doch der „tödlichste Tag für die US-Armee seit 2011“ (Wall Street Journal) ließ Donald Trump nicht los. Der 75 Jahre alte Ex-Präsident rief bei seinem besten Freund Sean Hannity an. In dessen Sendung auf Fox News* attackierte Trump einmal mehr seinen Nachfolger Biden. Unter ihm, Trump, wäre all das nicht passiert. „Die Leute hätten gar nicht bemerkt, dass wir weg waren“, so Trump. Besonders treibt Trump aber das Bild um, das die USA* von sich im Ausland erzeugen. „Alle lachen uns aus: Russland, China und Kim Jong-un*, Nordkorea. Und die EU!“ Während die Europäische Union wohl überrascht sein dürfte, in dieser Aufzählung Platz gefunden zu haben, hatte Trump auch schockierendes aus Großbritannien zu berichten. „Dort wurden Dinge über unser Land und unseren Präsidenten gesagt, schreckliche Dinge. Noch nie hat jemand so über uns oder unseren Präsidenten geredet! Es ist einfach nur peinlich.“

Doch die Peinlichkeit sei das Eine, die Gefahr das Andere. Die gehe zum einen jetzt doch auch von den Taliban aus, die Trump noch vor kurzem als „sehr nette Menschen“ bezeichnet hatte. Vor allem aber von einer neuen Gruppierung, die noch böser sei und deshalb mit den moderaten Taliban gebrochen hätte. Ihr Name: Isis-X. „Und es gibt jetzt Isis X oder Isis K. Bald haben sie aber Isis X und die werden noch schlimer als Isis K sein“, zeichnete Trump die alphabetische Entwicklung des islamistischen Terrors nach.

Donald Trump und die Terrormiliz IS - eine lange Geschichte der Missverständnisse

Tatsächlich hat eine örtliche Splittergruppe der Terrormiliz IS, die Isis K, die Verantwortung für den Anschlag in Afghanistan übernommen. Das K steht dabei für Khorasan, ein historischer Name für eine Region in Zentralasien, zu der auch das heutige Afghanistan gehört. Die Gruppierung IS Kohrasan ist laut Informationen der ARD*-Tagesschau ein Ableger des originären Islamischen Staates, der gezielt aus Syrien und dem Irak aufgebaut worden war. Ihm schlossen sich über die Jahre Kämpfer der pakistanischen Taliban und anderer islamistischer Netzwerke an.

In dem Interview prahlte Donald Trump auch einmal mehr damit, wie er das Kalifat der Terrormiliz IS in Syrien* und dem Irak ausgeschaltet hätte und den IS restlos vernichtet habe. .„Der IS ist nicht tot“, widerspricht dagegen Robert Richter, ehemaliger stellvertretender Direktor des CIA, in einem Interiew mit der Seattle Times. „Wir haben das Kalifat zwar zerschlagen, aber nun kommen überall neue Einheiten zum Vorschein.“ Der Terroranschlag in Afghanistan dürfte dafür ein deutlicher Beweis sein.

Donald Trump veröffentlichte dazu auch ein Video, in dem er den toten Menschen gedachte - nur um dann direkt zu betonen, dass unter ihm ein solche Tragödie niemals passiert wäre. (Daniel Dillmann)

Das könnte Sie auch interessieren

Meist Gelesen

Liebesglück bei Lindner: FDP-Chef hat sich verlobt
Politik

Liebesglück bei Lindner: FDP-Chef hat sich verlobt

Für Christian Lindner läuft es zurzeit beruflich und privat gut: Bald könnte er Minister in einer Ampel-Regierung werden - und er möchte heiraten.
Liebesglück bei Lindner: FDP-Chef hat sich verlobt
Neuer NRW-Ministerpräsident: Wüst in Abstimmungs-Krimi zum Laschet-Nachfolger gewählt
Politik

Neuer NRW-Ministerpräsident: Wüst in Abstimmungs-Krimi zum Laschet-Nachfolger gewählt

Hendrik Wüst ist neuer Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen. Die Koalition aus CDU und FDP konnte sich auch auf Stimmen der Opposition verlassen. Alle Infos im …
Neuer NRW-Ministerpräsident: Wüst in Abstimmungs-Krimi zum Laschet-Nachfolger gewählt
Paukenschlag: FDP-Chef Lindner und seine Frau haben sich getrennt
Politik

Paukenschlag: FDP-Chef Lindner und seine Frau haben sich getrennt

Politisch schwamm FDP-Chef Christian Lindner zuletzt auf einer Erfolgswelle. Privat läuft es aber nicht so gut: Lindner und seine Ehefrau Dagmar haben sich getrennt.
Paukenschlag: FDP-Chef Lindner und seine Frau haben sich getrennt
Jeden Tag eine Million Euro: EU-Gerichtshof verurteilt Polen zu hohen Strafzahlungen
Politik

Jeden Tag eine Million Euro: EU-Gerichtshof verurteilt Polen zu hohen Strafzahlungen

Der Europäische Gerichtshof reagiert mit einer harten Strafe auf die Weigerung der polnischen Regierung, die umstrittene Justizreform zurückzunehmen.
Jeden Tag eine Million Euro: EU-Gerichtshof verurteilt Polen zu hohen Strafzahlungen

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.