Hamas ruft zur Vergeltung auf

Gewalt im Gazastreifen eskaliert - Abbas erneuert Kritik an US-Regierung

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Die Hamas hatte zu einem dritten "Tag des Zorns" gegen den US-Entscheid aufgerufen..

Erneut hat es in den Palästinensergebieten gewaltsame Proteste gegen die Nahostpolitik der USA gegeben. 

Israelische Soldaten töteten bei Zusammenstößen mit Demonstranten nach dem Freitagsgebet mindestens zwei Palästinenser. Auch im Westjordanland gab es Ausschreitungen. Dutzende Palästinenser wurden verletzt. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas sagte bei einem Besuch in Paris, die USA hätten sich als Friedensvermittler im Nahen Osten "disqualifiziert". 

An den Protesten, zu denen die radikalislamische Hamas-Organisation aufgerufen hatte, beteiligten sich tausende Menschen. Allein im Gazastreifen wurden nach Angaben des dortigen Gesundheitsministeriums mindestens 94 Menschen verletzt, drei von ihnen lebensgefährlich. Ein 24-Jähriger und ein 29-Jähriger wurden an zwei verschiedenen Orten des Gazastreifens tödlich von israelischen Kugeln getroffen. 

Tausende Menschen nahmen an der Beerdigung des 24-Jährigen teil, wie ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Mit den beiden Todesfällen stieg die Zahl der getöteten Palästinenser seit Beginn der Anti-USA-Proteste vor rund zwei Wochen auf zehn - acht starben durch Schüsse, zwei bei israelischen Luftangriffen im Gazastreifen. 

Hamas ruft zum „Tag des Zorns“ auf

Die Hamas hatte zu einem dritten "Tag des Zorns" gegen die US-Entscheidung aufgerufen, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen. Die Proteste fanden an mehreren Orten entlang der Grenze zwischen dem Gazastreifen und Israel statt. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza warfen Palästinenser Steine auf Soldaten auf israelischer Seite. Wie AFP-Journalisten berichteten, feuerte die Armee Rauchgranaten ab und schoss sowohl mit Gummigeschossen als auch mit scharfer Munition. 

Einem als Weihnachtsmann verkleideten Mann, der eine palästinensische Flagge hochhielt, wurde nach Angaben von Augenzeugen in der Nähe von Chan Junis ins Bein geschossen. Auch in Ramallah, Hebron und anderen Orten im besetzten Westjordanland gab es gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Soldaten und palästinensischen Demonstranten. Nach Angaben der Hilfsorganisation Roter Halbmond wurden mindestens fünf Palästinenser durch scharfe Munition verletzt. Dutzende weitere Menschen seien wegen anderer Verletzungen behandelt worden. 

Macron: USA haben sich ausgegrenzt

In Jerusalem kam es nach dem Freitagsgebet lediglich zu kleineren Auseinandersetzungen. Die Armee erklärte, rund 1700 "Krawallmacher" hätten mit Rauchbomben und Steinen geworfen und Autoreifen angezündet. Soldaten hätten scharfe Munition "gezielt auf die Haupt-Anstachler" gefeuert. Im Gazastreifen hätten sich 2000 Palästinenser an den Protesten beteiligt. 

US-Präsident Donald Trump hatte am 6. Dezember angekündigt, Jerusalem als Hauptstadt anzuerkennen und die US-Botschaft dorthin zu verlegen. Die Entscheidung stieß weltweit auf Ablehnung und löste vor allem in der muslimischen Welt heftige Proteste aus. Die UN-Vollversammlung verabschiedete am Donnerstag mit überwältigender Mehrheit eine Resolution, in der das Vorgehen der USA in der Jerusalem-Frage verurteilt wird. 

Palästinenserpräsident Abbas sagte am Freitag bei einem Treffen mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron in Paris, die Palästinenser würden nach dieser "Verletzung des internationalen Rechts" keinen Friedensplan mehr von den Vereinigten Staaten akzeptieren. Macron sagte, die USA hätten sich mit der Entscheidung international "ausgegrenzt". Es gebe "keine Alternative zur Zwei-Staaten-Lösung". Dies bedeute, dass Jerusalem die Hauptstadt Israels wie auch eines zu schaffenden Palästinenserstaates sein müsse.

afp

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