Rettung in letzter Sekunde

Italien lässt Rettungsschiff einer NGO nach Tagen der Ungewissheit anlegen

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Nach tagelangem Durcheinander hat Italien einem privaten Rettungsschiff das Anlegen erlaubt.

Wie die spanische Organisation Proactiva Open Arms mitteilte, durfte die "Golfo Azzurro" nach drei Tagen der Ungewissheit im Süden Siziliens anlegen. Am Sonntag hatten Mitarbeiter der Hilfsorganisation drei Flüchtlinge vor der libyschen Küste gerettet. Seitdem stritten Italien und Malta um die Aufnahme der Menschen. Die Auseinandersetzung zwischen den beiden Staaten war entstanden, als die "Golfo Azzurro" die italienische Insel Lampedusa erreichte. Dortige Behörden erklärten, die Rettungsaktion habe in der maltesischen Such- und Rettungszone stattgefunden - daher könnten die drei Libyer nicht in Italien aufgenommen werden. Malta hingegen weigerte sich ebenfalls und schob Italien die Verantwortung zu. Bisher wurden solche Einsätze eigentlich immer mit der italienischen Küstenwache koordiniert. Diese erklärte am Mittwoch, das Schiff habe nach drei Tagen nur anlegen dürfen, weil es einen Motorschaden gemeldet hätte. Wenige Tage vor dieser diplomatischen Verwirrung hatte Rom einen umstrittenen "Verhaltenskodex" für Hilfsorganisationen vorgelegt, mit dem Italien die Zahl der übers Mittelmeer ankommenden Flüchtlinge verringern will. Seitdem geht Italien gegen Rettungsorganisationen im Mittelmeer vor, die den Kodex nicht unterschrieben haben. Paradoxerweise gehört Proactiva Open Arms jedoch zu den nur vier Unterzeichnern und dürfte daher eigentlich nicht betroffen sein.

afp

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