Familie erlebt Martyrium

Jahrelang von den Taliban gefangen gehaltenes Paar hält es für Witz, dass Trump Präsident ist

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Der befreite Joshua Boyle spricht vor der Presse über seine Zeit in Gefangenschaft.

Eine kanadisch-amerikanische Familie hat in Gefangenschaft von Islamisten die Hölle erlebt. Der Vater sprach nun über die Grausamkeiten der Entführer - die Präsidentschaft Trumps hielt die Familie für einen Witz.

Islamabad - Ein kanadisch-amerikanisches Ehepaar, das sich fünf Jahre lang in der Gewalt von Islamisten in Pakistan befunden hatte, glaubte seinen Entführern nicht, dass Trump in der Zwischenzeit Präsident geworden ist, wie thestar.com berichtet. 

Der Kanadier Joshua Boyle und seine amerikanische Ehefrau Caitlin Coleman waren im Jahr 2012 beim Wandern in Afghanistan von den radikalislamischen Taliban entführt und dann an deren verbündetes Haqqani-Netzwerk übergeben worden. In den insgesamt fünf Jahren, die sie in grausamer Gefangenschaft verbrachten, bekamen die beiden drei Kinder - ihre zwei Söhne seien zwei und vier, ihre Tochter zwei Monate alt. Vergangene Woche wurde die Befreiung der fünfköpfigen Familie bekanntgegeben - der US-Geheimdienst hatte zuvor die entscheidenden Informationen an Einsatzkräfte in Pakistan übermittelt.

Abgeschnitten von der Außenwelt - mit den Entführern als Informationsquelle

Die letzten fünf Jahre verbrachte die Familie völlig abgeschnitten von der Außenwelt: ohne Telefon, Fernsehen, Internet oder Zeitungen - angewiesen auf ihre Entführer als Informationsquelle. Und die Seriosität dieser Informationsquelle stellten die beiden endgültig in Frage, als ihnen mitgeteilt wurde, Donald Trump sei Präsident geworden. Da erschien es den Gefangenen wahrscheinlicher, dass ihre Entführer logen - oder sich einen schlechten Witz erlaubten. Gegenüber der kanadischen Zeitung Toronto Star sagte Boyle: „Es kam mir nicht in den Sinn, dass das stimmen könnte.”

In Freiheit konnten sie sich nun sehr schnell von der Richtigkeit dieser Aussage überzeugen. Präsident Trump schrieb den Erfolg der Befreiungsaktion sich selbst zu: Die härtere Gangart der USA gegenüber deren Partner Pakistan hätte die Geiselbefreiung ermöglicht. Trump hatte dem Land gedroht, die USA als Verbündeten zu verlieren, nachdem Kritiker den pakistanischen Geheimdiensten vorgeworfen hatten, die Taliban sogar zu unterstützen. „Pakistan hat uns lange Zeit nicht respektiert. Jetzt tun sie es. Die Welt beginnt uns wieder zu respektieren, glaubt mir“, sagte Trump dem Onlineportal zufolge. Nun gebe es Hoffnung für weitere Geiselbefreiungen.

In einem emotionalen YouTube-Video berichtet Joshua Doyle nun der Presse von seiner Zeit in Gefangenschaft: von den häufigen Vergewaltigungen seiner Frau und der Grausamkeit der Entführer. Als er von dem Mord an seinem Babys Martha Boyle als Vergeltungsmaßnahme für seiner Weigerung, zu kooperieren, erzählt, ist er den Tränen nah. Es bleibt zu hoffen, dass die Familie die ihnen widerfahrenen Grausamkeiten verwinden kann.

lr

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