Heftiger Schlagabtausch

Bettvorleger? Grüne wehren sich gegen „Putin-Lakaien“ Schröder

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Alt-Kanzler Gerhard Schröder am Rednerpult.

Einst bildete Gerhard Schröder mit den Grünen eine Regierung - und schon damals war man sich oft uneins. Heute wettert der Ex-Kanzler gegen die Partei. Der Konter lässt nicht lange auf sich warten.

München - Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder reiht sich ein in die Kritiker, die von einer Jamaika-Koalition in der Bundesregierung nicht viel halten. Mit den Grünen zusammen bildete die SPD in einer der beiden Legislaturperioden von Schröder zwar selbst ein Bündnis, heute scheint der frühere SPD-Vorsitzende jedoch noch weniger von der Partei des Vorsitzenden Cem Özdemir zu halten, als in der Zeit von 1998 bis 2002, wo es bereits zu manchen prägnanten Meinungsverschiedenheiten gekommen war. Klaren Worten war der heute 73-Jährige noch nie wirklich abgeneigt, was sich auch jüngst bei einer Veranstaltung in der Schweiz zeigte, wie die Bild berichtete

Bei diesem Event war Gerhard Schröder den früheren Koalitionspartner der Sozialdemokraten scharf angegangen: "Die Grünen eignen sich als Bettvorleger von Angela Merkel, sie sind nun mal Opportunisten", sagte der frühere Bundeskanzler der Jahre zwischen 1998 und 2005. So ist sich Schröder auch sicher, dass die Grünen entgegen jüngerer Bekundungen sehr schnell bei den Koalitionsverhandlungen mit CDU/CSU und FDP einlenken werden. 

Reaktionen auf Schröders Aussagen ließen jedoch nicht lange auf sich warten. Darin wird auch die umtriebige Lobbyarbeit des früheren Politikers aufgegriffen: "Wenn Herr Schröder uns Grüne nicht mag, schert uns das einen feuchten Kehricht. Von einem Putin-Lakaien wollen wir gar nicht geliebt werden", sagte Reinhard Bütikofer, europäischer Grünen-Vorsitzender, im Tagesspiegel. Dessen Parteikollegin und Grünen-Chefin Simone Peter griff das Bettvorleger-Zitat auf: "Für Altkanzler Schröder, der skrupellos bei russischen Energiekonzernen unter Vertrag geht, ist staatspolitische Verantwortung offenbar ein Fremdwort."

Jamaika-Koalition: Schröder glaubt an schnelle Einigung

Auch zum Thema Koalitionsverhandlungen äußerte sich der Altkanzler: „Die Jamaika-Koalition wird noch vor Weihnachten zustande kommen. Das liegt am Opportunismus-Zuwachs der Grünen. Der ist schon ungeheuer“, legte Schröder auf dem vom Schweizer Medienkonzern Ringier und der Helvetia-Versicherung organisierten Event nach. Eine Einigung der beteiligten Parteien bezweifelt der Ex-SPD-Vorsitzende nicht - allerdings prognostiziert Gerhard Schröder dieser Variante der Bundesregierung ein schnelles Scheitern: „Das eigentliche Problem ist nicht, ob die sich einigen. Sondern ob diese Koalition Bestand haben kann." 

Reinhard Bütikofer von den Grünen lässt die aussagen von Ex-Kanzler Schröder nicht unkommentiert.

Für ein mögliches Bündnis zwischen CDU/CSU, FDP und Grünen hat Schröder übrigens seine ganz eigene Bezeichnung: „Schwampel“ statt „schwarze Ampel“. In dem Gespräch ging es übrigens auch um dessen neues Aufgabengebiet - der umstrittenen Lobbyarbeit bei dem russischen Ölkonzern Rosneft, was ihn verschiedenen Medienberichten zufolge zu einer sichtlich stolzen Formulierung trieb: „Ich bin nun Aufsichtsratspräsident des größten Ölkonzerns der Welt." 

pf

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